![]() |
Die Schnellboot-Seite ----- S-Boote -- -Tender- Verschiedenes ----- Gästebuch |
| S-Boote Kriegsmarine - Russlandfeldzug 1941 | |
|
|
S-Boote in der Kriegsmarine 1935 - 1945 Die Kriegschauplätze der S-Boote
Russlandfeldzug
1941 (Unternehmen Barbarossa) Für
das Unternehmen Barbarossa sollten Minensperren die sowj. Einheiten am
Ausbruch aus der Ostsee hindern. Die S-Boote der 1., 2. und 3. SFltl
sollten die Minenlegefahrzeuge schützen. Aus drei Booten der 1. und zwei
Booten der 2. SFltl wurde unter Führung des Kommandanten S 28 (Kptlt.
Klug) die 5. SFltl gebildet. Erst
unmittelbar vor Angriffsbeginn am 22.06.1941 nahmen die Flottillen ihre
Ausgangspositionen ein: Die
1. SFltl (Kptlt. Birnbacher) mit 6 Booten und Begleitschiff „Carl
Peters“ in den Porkala-Schären bei Helsinki mit der Minenschiffgruppe
„Kobra“ und der Hälfte der 5. Räumbootsflottille (5. RFltl). Die
2. SFltl (KKpt Petersen) mit acht Booten und Begleitschiff „Tsingtau“
in den Abo-Schären bei Turku mit der Minenschiffgruppe Nord und der
anderen Hälfte der 5. RFltl.
"Tsingtau" und Boote der 2. SFltl in den Abo-Schären (Bild aus: Bürger - Schnellboote vor) Die
3. SFltl (Kptlt Kemnade) mit 10 Booten in Pillau mit drei Minenschiffen
und der 15. Minensuchflottille (MSFltl). Begleitschiff „Adolf Lüderitz“
war wegen der Luftbedrohung in Swinemünde geblieben. Die
5. SFltl (Kptlt. Klug) mit fünf Booten in Gotenhafen (Gdingen) mit der 5.
MSFltl. Die
noch in Ausbildung befindliche 6. SFltl (Kptlt Obermaier) mit den
Linienschiffen „Schlesien“ und „Schleswig-Holstein“ in Korsör, um
Sund und Belt gegen sowj. Ausbruchversuche abzusichern. Der
Führer der Torpedoboote (FdT), Kpt.z.S. Bütow, sollte von Helsinki aus
den Einsatz der S-Boote im Finnenbusen leiten. Vom
18. bis 21.06.1941 waren bereits die ersten 1.500 Minen und 1.800
Sprengbojen zwischen Memel und Öland gelegt worden. Am
22.06.1941 wurden weitere Sperren gelegt. Die Gruppen Kobra und Nord
legten unter Sicherung der 1. bzw. 2. SFltl zwei Sperren in den Ausgang
des Finnenbusens. Die anderen Einheiten verminten den Moonsund und den
Soelosund. Die 3. SFltl
verminte die Hafenausgänge von Libau, die 5. SFltl die Irbenstraße. Auf
dem Rückmarsch wurde durch
Torpedos von S 59 und S 60 der lettische Frachtdampfer „Gaisma“
versenkt. Der sowj. Fischdampfer „Šuka“ wurde durch Sprengung
vernichtet. Der estnische Dampfer „Estonia“ wurde aufgebracht (später
erfolgte Umbau und Nutzung als Begleitschiff). Ferner wurde der estnische
Frachter „Liisa“ versenkt. In der gleichen Nacht lief ein sowj.
Verband (1 Kreuzer und 3 Zerstörer) in die Sperre „Apolda“ vor dem
Finnenbusen. Der Zerstörer „Gnevnyj“ sank,
der Zerstörer „Gordyj“ wurde stark beschädigt, dem Kreuzer
„Maksim Gorkij“ wurde das Vorschiff abgerissen. Der dritte Zerstörer
erlitt nur leichte Schäden und konnte den Kreuzer in den Hafen geleiten.
Am 23.06.1941 wurde durch S 60 und S 35 ein sowj. U-Boot mit Handgranaten
und Wasserbomben versenkt. S 31 und S
59 torpedierten den sowj. Zerstörer „Storoževoj“. In
der Nacht 26./27.06.1941 gingen die Boote S 43 und S 106 in einem sowj.
Minenfeld nördlich Dagö verloren, dabei gingen 19 Mann mit den Booten
unter.
Getarntes -Boot mit hoher Fahrt in der Ostsee - Foto: Archiv M. Scheer Am 30.06.1941 war Libau eingenommen, so dass die 3. SFltl mit dem Begleitschiff „Adolf Lüderitz“ am 04.07.1941von Memel nach Libau verlegen konnte. Da keine Minen mehr zur Verfügung standen, unternahmen die S-Boote nunmehr Vorstöße auf den sowj. Schiffsverkehr. Am 10.07.1941 bei einem Angriff der 1. SFltl auf einen sowj. Konvoi gab es 3 Fehlschüsse, bei einem weiteren Angriff auf einen zweiten Konvoi gab es 13 Fehlschüsse. Wegen der Helligkeit konnten die Schiffe den Torpedos ausweichen. Das Gleiche geschah am 14.07.1941.
S-Boote
mit Tarnanstrich im Päckchen - Foto: Archiv H. Haag Die
S-Boote übernahmen in der Folgezeit die Sicherung des eigenen
Nachschubverkehrs. Dabei wurde das sowj. S-Boot „TKA 71“ in Brand
geschossen, der ehem. lettische Eisbrecher „Lacplesis“ und der sowj.
Zerstörer „Smelyj“ wurden versenkt. Ab
08.08.1941 wurden die Minelegeoperationen wieder aufgenommen. Die S-Boote
übernahmen wiederum die Sicherung. Am 15.08.1941 versenkte die 1. SFltl das sowj. Minensuchboot „No. 41“.
Auf den Minensperren sanken der sowj. Transporter „Vodnik“, der
litauische Frachter „Utena“ und der sowj. Minensucher „T-202 Buj“.
Am 18.06.1941 versenkte S 58 das sowj. Minensuchboot
„No. 80“. Am 24.08.1941 sanken
auf einer Minensperre der sowj. Zerstörer „Engels“, die
Minensuchboote „T-209 Knecht“ und „T-214 Bugel“, der estnische
Dampfer „Eestirand“ (4444 BRT) und der sowj. Marinetanker „No. 11“
(16.809 BRT), mit ihm versanken 600 Soldaten der Garnison Reval auf dem
Wege nach Kronstadt.
S-Boot mit hoher Fahrt in der Ostsee (Bild aus: Bürger - Schnellboote vor) Am
27.08.1941 übergab Kptlt. Birnbacher das Kommando über die 1. SFltl an
den Kommandanten S 60, Oblt.z.S. Wuppermann, um in Swinemünde die
inzwischen befohlene Verlegung der Flottille in das Schwarze Meer
vorzubereiten. In
der Nacht zum 28.08.1941 evakuierten die Sowjets Reval. Die Schiffe
gerieten voll in die Minensperren und erlitten herbe Verluste. Auch trug
die Luftwaffe zur Dezimierung der Schiffe bei. Es sanken fünf Zerstörer,
zwei Patrouillenboote, zwei U-Boote, drei Minensucher, einige Schlepper und kleinere Fahrzeuge, ferner das Schulschiff „Leningradsovet“,
das Werkstattschiff „ Serp i Molot“ sowie 24 Transporter (44.093 BRT).
Schwer beschädigt wurden der Flottillenführer „Minsk“ sowie zwei
Zerstörer. Die
3. SFltl wirkte mit bei der Einnahme der baltischen Inseln. Die 2. und 3.
SFltl fuhren Sicherung für die so genannte „Baltenflotte“, die
zusammengestellt wurde, um einen Ausbruch der sowj. Baltischen Flotte von
Kronstadt nach Schweden zu verhindern. Am
24.09.1941 erhielt die 3. SFltl den Rückmarschbefehl nach Swinemünde, wo
sie am 26.09.1941 eintraf, um sich auf die Verlegung ins Mittelmeer
vorzubereiten. Die 2. SFltl wurde am 01.10.1941 entlassen, um nach kurzer
Überholungszeit wieder an die Westfront zurück zu verlegen.
Einsatzbespechung der 1. SFltl in einem finnischen Fjord- Bild aus: Bürger - Schnellboote vor
|