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S-Boote in der Kriegsmarine 1935 - 1945

Die Kriegschauplätze der S-Boote

 

Ägäis 1943 - 1944

Mitte August 1943 befanden sich in der Ägäis die beiden zur 3. SFltl gehörenden Boote "S 36" (ObStrm. Ahlers) und "S 55" (Oblt.z.S. Weber), die von Nordafrika zur Reparatur nach Salamis in die Werft geschickt worden waren.

 

Anfang November wurde "S 55" wieder einsatzklar und nahm am 12.11.1943 am Unternehmen "Leopard" - der Landung deutscher Truppen auf der Insel Leros - teil. 

Am 12.12.1943 fuhren "S 55" und "S 36" Sicherung für einen Truppentransport von Piräus nach Samos auf dem Minenleger "Drache" zusammen mit den Torpedobooten "TA 14" und "TA 15" und dem Räumboot "R 211". Auf dem Rückmarsch wurden ital. Gefangene aufs Festland transportiert. Der Verband legte am 14.12.1943 in Piräus an. Danach verlegten "S 55" und "S 36" in die Adria.

Anfang Dezember 1943 war "S 54" (Oblt.z.S. Schmidt) in Salamis eingetroffen. "S 54" fuhr Sicherung für verschiedene Truppen- und Materialtransporte, so am 20.12.1943 einen Truppentransport nach Samos, vom 22. bis 24.12.1943 einen Kohletransport nach Griechenland, am 25. bis 27.12.1943 ein Geleit aus den Dampfern "Sabine", "Susanne" und "Petrella" und einigen Siebelfähren von Saloniki bis Piräus. 

Danach lag "S 54" wochenlang unterbrochen KB in Salamis. In dieser Zeit erfüllte es gelegentlich Sicherungsaufgaben. Am 22.04.1944 lief S 54 auf eine Mine und konnte mit Mühe nach Saloniki geschleppt werden. Die Schäden waren so gravierend, dass das Boot nie wieder repariert wurde. Am 08.09.1944 wurde es außer Dienst gestellt und am 31.10.1944 bei der Aufgabe von Saloniki wurde es gesprengt.

Am 01.11.1943 war die 24.SFlt (Kptlt. Meyer, H.J.) gebildet worden. Die ersten zugeteilten Boote waren die ital. Beuteboote vom Typ MS, diese waren 1936 bis 1938 bei Lürssen für Jugoslawien gebaut und am 17.04.1941 in Tiwat von den Italienern erbeutet und als Boote des Typs MS in Dienst gestellt worden. 

Zugeteilt wurden zunächst:

S 601 ObStrm. Swoboda ex ital. MS 42 ex jugosl. "Velebit"
S 602 StObStrm. Annuß ex ital. MS 43 ex jugosl. "Dinara"
S 603 Oblt.z.S. d. Res. Bollenhagen ex ital. MS 44 ex jugosl. "Triglav"
S 604 StObStrm. Wernicke ex ital. MS 46 ex jugosl. "Rusnik"
S 511 ex ital. MAS 522 ex jugosl. "Orjen"
S 512 ex ital. MAS 542 ex. jugosl. "Suvobur"

S 511 war am 19.09.1943 auf die deutsche Seite übergelaufen. Am 04.12.1943 wurde es vor Makronisi von sieben Beaufighter-Flugzeugen angegriffen. Da es schwere Treffer hinnehmen musste, wurde es auf Strand gesetzt. Dort wurde es zerstört. Es fielen zwei Mann.

Am 25.01.1944 sollten "S 601" und "S 603" von Salamis nach Korfu verlegen. Auf "S 603" fielen alle 3 Motoren aus, so dass es mit dem Marschmotor weiter fahren musste. Kurz vor Erreichen der Insel Korfu am 27.01.1944 wurden die Boote von Spitfire-Jägern angegriffen. "S 601" schoss eine Maschine ab. Beide Boote hatten zahlreiche Treffer erhalten. Auf "S 601" fielen zwei Mann, ein Mann wurde verwundet; auf "S 603" gab es zwei Schwer- und zwei Leichtverletzte, darunter der Kmdt.

Am 22.02.1944 legten "S 601" und "S 603" in Korfu ab. Kurz nach Passieren der Hafensperre gab es auf "S 603" einen Vergaserbrand mit Feuer im Schiff. Kurz nach dem Löschen erfolgte der nächste Vergaserbrand mit Feuer im Schiff. Die Ausbesserungsarbeiten dauerten einige Tage. Bei der Probefahrt am 26.02.1944 gab es wiederum einen Vergaserbrand. Zwei Mann wurden verletzt. Am 14.03.1944 explodierte auf "S 603" der Marschmotor beim Anlassen. Es wurde ein Mann schwer und zwei Mann leicht verletzt. Das Boot war stark beschädigt. Alle Antriebsmotoren waren ausgefallen. Mit Hilfe von "S 601", das den Havaristen teilweise schleppte, konnte "S 603" vom 23.03. bis 29.03.1944 nach Patras verlegen.

Noch am gleichen Tag fuhr "S 601" ein Unternehmen gegen Partisanen auf der Insel Oxia. Dabei wurde ein Motorsegler mit Benzinfässern beladen gesprengt. Am nächsten Tag fuhr "S 601" mit einem Motorsegler und "MAL 12" deutsche Truppen zur Insel, um sie nach Partisanen zu durchkämmen, ohne jedoch welche zu finden. 

"S 604" lag zu dieser Zeit aKB in der Werft in Salamis, "S 602" war fahrbereit. Am 31.03.1944 erreichte "S 603" die Werft in Salamis. Nach Torpedo- und Wasserbombenübernahme sowie Kraftstoffergänzung liefen "S 601", "S 602" und "S 603", das wiederum geschleppt werden musste in See. Über Chalkis und Volos verlegten sie - "S 601" ab Volos im Schlepp eines Frachtdampfers, die beiden anderen Boote als Sicherung - nach Saloniki, wo sie am 18.04.1944 ankamen.

Im September 1943 war in Eckernförde die 21. SFltl (Kptlt. Wuppermann, ab 01.03.1944 Kptlt. Grasermann) gebildet worden. Ihr wurden LS-Boote zugeteilt. Am 01.05.1944 traf die Flottille mit den ersten vier Booten - "LS 7" (ObStrm.Schipke), "LS 8" (ObStrm. Klaiber), "LS 9" (ObStrm. Huckebrink), "LS 10" (ObStrm. Breitschuh) - in Athen ein. Die Boote mussten erst noch einsatzbereit gemacht werden. 

Der Chef 1. S-Div. beabsichtigte die Boote von Korfu aus offensiv gegen alliierte Geleitzüge in der Otranto-Straße einzusetzen. Mangel an Sicherungsfahrzeugen führte dann allerdings dazu, dass der Admiral Ägäis die vier Boote auch tagsüber Geleitschutz fahren ließ. Im Juni 1944 lagen die vier Boote in Rhodos, dann drei Boote in Phaleron - "LS 8" lag aKB in Leros. In der zweiten Hälfte des Monats Juli 1944 verlegten die Boote zwischen Phaleron, Arteni und Piräus, Vorbereitungen für einen Stützpunkt auf Korfu begannen.

"LS 7" in der Ägäis (Bilder: Sammlung P. Schenk)

Ende Juli 1944 erhielt die Flottille mit "LS 11" (StbsObstrm. Henseleit) ihr fünftes Boot. Das sechste Boot, "LS 12", fuhr noch Erprobungen in der Heimat, wurde am 12.07.1944 abgeliefert und für den Transport in die Ägäis vorbereitet,  kam aber wegen der militärischen Lagentwicklung nicht mehr in die Ägäis. Es wurde in Jugoslawien gestoppt und kam als Versuchsboot zur Torpedoversuchsanstalt. Es wurde russische Kriegsbeute.  

Am 01.10.1944 operierten "LS 7", "LS 9" und "LS 10" von der Insel Leros aus. "LS 8" und "LS 11" lagen in Behebung von Schäden in der Werft in Athen.

Am 10.10.1944 wurden "LS 8", "LS 9" und "LS 11" wegen Aufgabe der Ägäis vor Athen-Phaleron gesprengt. "LS 10", das einzige fahrklare Boot, schloss sich einem Geleit nach Saloniki an. Vor dem Hafen von Volos wurde "LS 10" am 14.10.1944 von einer Bombe getroffen und sank. 

Das Flottillenpersonal trat am 12.10.1944 den Marsch nach Norden an. Es wurde am 18.10.1944 bei Skopje vom XXII. Gebirgskorps aufgefangen. 74 Mann mit Spezialausbildung für S-Boote konnten auf Fürsprache mit einer Ju 52 in die Heimat gelangen, 200 Mann verblieben im Landeinsatz.

"LS 7" unternahm eine beachtenswerte Alleinfahrt zur nördlichen Adria. Beim Umfahren einer Minensperre geriet das Boot am 13.10.1944 auf eine Sandbank bei der Insel Grado. Die Besatzung stieg aus und schlug sich zum Stützpunkt Palmanova durch. Am 14.10.1944 wurde das hoch auf dem Sand liegende Boot durch brit. JaBos zerstört.

Am 15.12.1944 beantragte der FdS die Auflösung der 21. SFltl.