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  Kriegsmarine - Kanal 1944

 

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S-Boote in der Kriegsmarine 1935 - 1945

Die Kriegschauplätze der S-Boote

 

Englischer Kanal 1944

Da die britischen Sicherungsfahrzeuge nicht nur an Zahl zunahmen sondern der Besatzungen auch an Erfahrung reicher geworden waren und eine Voraussetzung - die Aufklärung aus der Luft - nicht gegeben war, musste sich der F.d.S. (FKpt. Petersen) fast ausschließlich auf die Funkaufklärung verlassen, um seine Boote einzusetzen. 

Im Westen griffen die 2., 4., 5., 6., 8. und 9. SFltl mit insgesamt 46 einsatzbereiten Booten die britischen Geleite an der Süd- und Südostküste Englands von den Einsatzhäfen Ijmuiden, Rotterdam und Cherbourg aus an. 

Fünf weitere Boote waren aKB in deutschen Werften.

Die Wertschätzung der Schnellbootwaffe durch den OBdM, Großadmiral Dönitz, wurde durch die Verleihung des Eichenlaubs zum Ritterkreuz an den F.d.S. am 01.01.1944 unterstrichen. An diesem Tag besaß die Kriegsmarine neun Schnellbootflottillen und drei Flottillen mit Kleinschnellbooten. Unter dem Kommando der Schnellbootlehrdivision waren in der Ostsee die 1. und die 2. S-Schul-Fltl mit 15 Booten aktiv, weitere sieben Boote befanden sich in der Werft.

In der ersten Januarwoche hielt schlechtes Wetter die Boote in den Häfen fest. Die 5. SFltl verfügte nur über sieben Boote, zwei Boote waren in Le Havre zum Einbau der 40mm-Kanonen.

In der Nacht 05./06.01.1944 fuhr die 5. SFltl mit "S 141", "S 142", "S 143, "S 100", "S 138", "S 136", "S 84") einen Torpedoangriff auf ein bei Lizzard Head mit Ostkurs gemeldetes Geleit . Die Rotte "S 141", "S 142", "S 143" stieß auf einen Bewacher und "S 141" schoss einen Torpedo, der aber vorbeiging.  Da der Bewacher keine Reaktion zeigte,konnte die Rotte ihn umgehen. Die zweite Rotte "S 100", "S 138" entdeckte um 02.58 den Konvoi WP.457", "S 100" schoss auf einen Dampfer von geschätzt 3000 BRT und beobachtete eine Detonation, "S 143" versenkte ein Trossschiff von 3000 BRT, "S 142" versenkte einen Frachter von 2000 BRT, "S 138" (Oblt.z.S. Stohwasser) versenkte den Trawler "Wallasea". "S 141" (Oblt.z.S. Sobottka) meldete die Versenkung eines Frachters von 1500 BRT und eines Tankers von 3000 BRT. Es handelte sich um den britischen Frachter "Underwood" (1990 BRT). Insgesamt wurden 23 Torpedos verschossen, von denen die meisten fehlgingen. Außer der "Underwood" und der "Wallasea" wurden versenkt: Von "S 143" der schwedische Frachter "Solstad" (1408 BRT) und von "S 136" und "S 84" das britische Motorschiff "Polperro" (403 BRT). Der Zerstörer "Mackay" hatte zwischenzeitlich die 2. Rotte vom Konvoi abgedrängt.

Für den 11.01.1944 hatte der F.d.S. den in Holland stationierten Flottillen einen Mineneinsatz nördlich der Humbermündung befohlen, die 2. SFltl lief mit neun, die 6. SFltl mit acht und die 8. SFltl mit drei Booten aus Ijmuiden aus, sie mussten aber wegen des schlechten Wetters ergebnislos umkehren.

Am 16.01.1944 operierte die 5. SFltl mit "S143", "S 142, "S 141", "S 100", "S 138", "S 136" und "S 84" von Cherbourg aus auf ein Westgeleit bei Lizard Head. "S 84" musste wegen Maschinenschadens zurückbleiben und die übrigen Boote stießen zwar auf den Konvoi wurden aber sofort von einem Zerstörer unter Feuer genommen, so dass sie vier vergebliche Anläufe fuhren. Als "S 142" mit UK einen Ruderversager meldete, gab ein Begleitschiff des Konvois dies sofort an eine MGB-Gruppe weiter. Die MGBs suchten allerdings vergeblich nach "S 142". Alle Boote liefen unbeschadet wieder ein.

Für den F.d.S. war dieser Vorfall Anlass zu befehlen, dass der UK-Verkehr auf das Allernötigste zu beschränken sei und nach Möglichkeit nur Kurzsignale zu senden.

Am Abend des 20.01.1944 stieß die 5. SFltl mit "S 143", "S 142", "S 141", "S 100", "S 138", "S 136" und "S 84" gegen die Bucht von Plymouth vor, um vorzutäuschen, dass die Boote einen Schwerpunkt auf die Gegend westlich Lizard Head legen würden und damit die Abwehr im östlichen Kanal aufzulockern. Ein Vorstoß gegen einen in der Lyme Bay fahrenden Konvoi wurde wegen des aufkommenden schlechten Wetters abgebrochen. Auf dem Rückweg wurden die Boote aus der Luft angegriffen. "Auf "S 142" gab es einen Leichtverwundeten. Die angreifenden Beaufighter meldeten indess eine schwere Beschädigung des Bootes.

Am 20./21. 01.1944 erfolgte nach langer Schlechtwetterperiode auch der erste Einsatz der in Holland stationierten Flottillen. Geplant war ein koordinierter Minen- und Torpedoeinsatz gegen den Konvoi-Weg nördlich der Humber Mündung. Die 2. SFltl mit sieben, die 8. SFltl mit acht und 6. SFltl mit sieben Booten gingen von Ijmuiden aus in See, die 4. SFltl mit drei und mit zwei Booten der 9. SFltl liefen aus Hoek van Holland aus. Wegen des immer schlechter werdenden Wetters brachen die 2., 8. und 6. SFltl die Aktion ab und kehrten in den Hafen zurück, während die 4. SFltl die beiden Boote der 9. SFltl planmäßig ihre Minen werfen konnten. Auf "S 150" konnte eine Mine durch Seeschäden nicht geworfen werden. Ein Zerstörer schoss Leuchtgranaten. Die Flottille entkam aber. "S 150" verlor den Anschluss, schaffte es aber allein nach Hook van Holland zurückzukehren.

Am 28.01.1944 fuhr die 5. SFltl mit sieben Booten einen Vorstoß gegen einen Konvoi, musste aber wegen des schlechten Wetters ohne Erfolge wieder einlaufen. 

In der Nacht 30./31.01.1944 fuhr die 5. SFltl einen Vorstoß gegen einen Konvoi, der von der Aufklärung östlich Dungeness geortet worden war. Aus dem britischen Funkverkehr konnte der F.d.S. ermitteln, dass die Flottille den Konvoi CW.243 entdeckt hatte. Die erste Rotte ("S 112", "S 143") wurde von einem Zerstörer gejagt, die 2. Rotte ("S 142", "S 138") hatte mehr Glück. "S 142" versenkte den britischen Trawler "Pine" und den Frachter "Emerald" (806 BRT), "S 138" versenkte den Frachter "Caleb Sprange" (1813 BRT). Die 3. Rotte wurde von Zerstörern und MGBs gejagt.

Anfang Februar verlegte die 9. SFltl von Vlissingen nach Dünkirchen, wo sie am 13.02.1944 eintraf und vom Wetter dort festgehalten wurde. Sie sollte nach Cherbourg verlegen, um von dort gemeinsam mit der 5. SFltl zu operieren. Am 04.02.1944 befahl die Skl die Verlegung einer S-Fltl in den Finnenbusen. Die vom F.d.S. dafür abgeteilte 6. SFltl konnte aber wegen des schlechten Wetters erst am 06.02.1944 auslaufen und erreichte am Abend darauf Kiel. "S 128" und "S 135" blieben in Rotterdam, wo sie 40 mm-Kanonen erhielten. 

Das neue 40-mm-Geschütz - Foto: PK-Aufnahme

Am 05.02.1944 stieß die 5. SFltl gegen einen Konvoi östlich Dungeness vor. Um 22.36 fassten landgestützte Radargeräte des Gegners die Boote auf und die inzwischen mondhelle Nacht veranlassten den Flotillenchef dazu in den Hafen zurückzufahren. 

Am 06.02. traf die 9. SFltl in Boulogne ein. Wegen des Wetters und der hellen Mondnächte erfolgten weitere Einsätze erst  Mitte Februar 1944. Daher konnte die 9. SFltl ihren Zielort Cherbourg noch nicht erreichen. Bis 12.02. war sie gerade mal bis Le Havre gekommen.

 Trotz der starken gegnerischen Abwehr sah der F.d.S. an der englischen Ostküste immer noch die besseren Chancen auf Erfolge. Wegen einer möglichen Landung der Alliierten auf der Iberischen Halbinsel hatte er zwar die Häfen  Bordeaux, Arcachon, Bayonne und Saint-Jean-de-Luz als mögliche Stützpunkte vorbereiten lassen. Eine Verlegung dorthin kam aber nie zustande.  Es verblieben die 2. und 8. SFltl in Ijmuiden und die 4. SFltl in Rotterdam. Da die 4. SFltl aber auf die neuen Auflademotoren umgerüstet wurde, standen insgesamt nur 12 einsatzfähige Boote zur Verfügung. 

Am 12./13.02.1944 waren die Boote der 2. SFltl ("S 62", "S 98", "S  80", "S 92", "S 86", "S 67" und "S 83") und der 8. SFltl ("S 65", "S 64", "S 85", "S 93",  "S 99", "S 127" und "S 129") aus Ijmuiden ausgelaufen, um Minen auf den nördlichen britischen Geleitwegen zu legen, "S 86" und "S 67" wurden wegen Maschinenschadens entlassen. Insgesamt wurden 26 LMA südöstlich Grimsby und 36 LMB südöstlich des Humber gelegt. "S 127" und "S 129" verloren den Anschluss an ihre Flottille und griffen vergeblich einen Bewacher an. "S 99" (Kptlt. Knapp) und "S 65" (Oblt.z.S. Schuur) von der 8. SFltl konnten den britischen Trawler "Cap D'Antifer" versenken. 

Am Abend des 13.02.1944 traf die 9. SFltl in Cherbourg ein. Am gleichen Abend war die 5. SFltl auf einen Konvoi bei St. Albans Head angesetzt ohne den Konvoi finden zu können. Die 2. SFltl und die 8. SFltl hatten einen Mineneinsatz, jedoch geriet die 2. SFltl mit "S 62", "S 98", "S 80", "S 92", " 86", "S 672 und "S 83" in ein Nebelfeld und kehrte bereits vor Mitternacht in den Hafen zurück. Die 8. SFltl warf unbemerkt nordöstlich Great Yarmouth 24 LMB.

Am 14./15.02.1944 wurde der Mineneinsatz wiederholt, diesmal nur von der 2. SFltl mit "S 89", "S 98", "S 92", "S 80" und "S 67". Die 8. SFltl mit "S 93", "S 64", m"S 117", "S 127", m"S 129", "S 85", "S 133" "S 99" und "S 65" sollte als Deckungsgruppe agieren. Die 2. SFltl konnte 21 LMA werfen und wurde anschließend von den Sloops "Mallard" und "Shearwater" beschossen. 

Erst kurz vor Ijmuiden stießen die heimkehrenden Boote der 2. SFltl auf drei sich dort in Position gelegte MTB-Gruppen. Die von Vorpostenbooten geschossenen Leuchtgranaten gaben den deutschen Booten zwar Vorteile im Feuergefecht, die MGBs konnten aber trotz vieler hingenommener Treffer entkommen. "S 89" als Führerboot wurde so stark beschädigt, dass es eingeschleppt werden musste, es gab einen Schwerverletzten; "S 98" war auch aKB, hier fiel MechObGefr. Helmut Pfeiffer. Auch die 8. SFltl stieß auf eine MGB-Gruppe, konnte viele Treffer landen aber kein Boot einbringen. "S 99" und "S 133" wurden ebenfalls beschädigt, auf "S 133" fielen MechGefr. (T) Otto Erb und MatrObGefr. Herbert König, ein Mann wurde leicht verletzt. Der Führer der MGB-Gruppe, Oblt.z.s. Dereck W. Leaf, fiel und auf "MGB 444" fielen drei Seeleute.

In einer gemeinsamen Operation der 5. und der 9. SFltl mit 13 Booten in der Nacht zum 16.02.1944 gegen einen West-Konvoi im Raum südlich Selsey Bill wurden die Boote vom Radar aufgefasst und mussten wegen gleichzeitiger starker Jabo-Tätigkeit das Vorhaben abbrechen. Das wegen Ruderversagers abgehängte "S 140" wurde mit Bomben angegriffen, die aber alle ins Kielwasser fielen. 

In der Nacht zum 22.02.1944 waren unter Führung des Chefs 8. SFltl, Korv.Kapt. Felix Zymalkowski, die 8. SFltl mit neun und die 2. SFltl mit fünf Booten ausgelaufen, um den Konvoi FS.1369 zwischen der Humbermündung und Cromer anzugreifen, der von der Funkaufklärung geortet worden war. "S 85" musste wegen Seeschäden und "S 117" wegen Maschinenschäden entlassen werden. Wegen des schlechten Wetters musste die Operation aber abgebrochen werden.

In der folgenden Nacht sollten die 8. SFltl mit "S 64", "S 65", "S 69", "S 85", "S 93", "S 127" und "S 129" und die 2, SFltl mit "S 86", "S 67",  "S 94", "S 80" und "S 92", sowie "S 128"und "S 135" von der 6. SFltl, die noch wie ihre Flottille nicht in die Ostsee verlegt hatten, den Konvoi FS.1369 bei Smith's Knoll angreifen. Die 15 Boote wurden in vier Gruppen eingeteilt. Um 01.52 erreichte die 2. SFltl den Konvoi-Weg und stieß dort auf den Zerstörer "Garth", auf den 8 Torpedos geschossen wurden, die alle vorbeigingen, da er auf die Boote zudrehte und das Feuer eröffnete. Beim Abdrehen der Flottille rammte "S 128" (Oblt.z.S. Rindfuß) "S 94" (Oblt.z.S. Bosenuik). Beide Boote hatten starken Wassereinbruch. Durch einen Angriff der 2. Gruppe auf den Zerstörer, der auch ohne Treffer blieb,  gelang es "S 86" und "S 67" die Besatzungen der beiden Boote zu übernehmen. Beide Havaristen wurden selbstversenkt. Auch mit dem auf "S 127" (Oblt.z.S. Osterloh) neu eingebauten FuMB-Gerät "Naxos" gelang es nicht den Konvoi zu erfassen.

Die 8. SFltl hatte sich ebenfalls mit dem Zerstörer "Southdown" herumgeschlagen, ohne den Konvoi zu entdecken. Auch in dieser Flottille stießen zwei Boote zusammen, wobei es einenToten (MatrGefr. Ernst Berghammer) und einen Verletzten gab. Die beiden britischen Zerstörer zusammen mit "MTB 609" und "MTB 610" ohne Torpedos als MGB eingesetzt hatten die 15 Boote exakt geortet und vom Konvoi abgehalten. Da britischerseits vermutet wurde, dass die Boote Minen gewofen hatten, setzte sofort eine Mineräumaktion ein. Beide Flottillen liefen ohne Erfolg am Morgen des 23.02.1944 in Ijmuiden ein.

In der Nacht zum 25.02.1944 sollten beide Flottillen Minen auf dem Konvoi-Weg östlich Cromer werfen. Eine Stunde nach dem Auslaufen der 2. SFltl mit fünf und der 8. SFltl mit acht Booten erhielt der F.d.S. die Nachricht, dass ein Südkonvoi nordöstlich von Cromer entdeckt worden sei. Die Flottillen wurden zum Torpedoangriff auf den Konvoi umgeleitet. Die Minen sollten nebenher in dem Patrouillengebiet der Zerstörer geworfen werden. Die 2. SFltl, die damit begonnen hatte Minen zu werfen, entdeckte den Konvoi und schoss sechs G7a und vier FAT (Flächenabsuchende Torpedos) auf eine Kolonne mit sechs Frachtern und dem Zerstörer "Vivian", der sofort auf die Boote zudrehte. Im Ablaufen waren zwei Sprengblitze zu sehen und drei Detonationen zu beobachten. 

Die 8. SFltl hatte ihre Minen geworfen als sie vom Geleitzerstörer "Eglinton" gejagt wurde. Sie schoss vier FAT und zwei G7a und beobachtete zwei hohe Sprengsäulen und fünf Detonationsgeräusche. Beim Rückmarsch trafen sie auf vier britische MGBs, die sofort unter Feuer genommen wurden. Es wurden drei 40mm-Treffer auf einem Boot beobachtet.

Die Boote hatten 36 UMB und 26 BMC geworfen und 16 Torpedos verschossen. Die Funkaufklärung ermittelte, dass der britische Frachter "Philipp" (2085 BRT) versenkt worden sei. Dieser Erfolg wurde der 8. SFltl zugeschrieben.

Ein Vorstoß der beiden Flottilen auf einen Konvoi bei Great Yarmouth in der nächsten Nacht blieb ohne Erfolg. 

Ein Vorstoß der 9. und der 5. SFltl mit "S 144", "S 145", "S 146", "S 130", "S 112", "S 143", "S 139", "S 142", "S 136" und "S 84" unter Führug von Kptlt. Frhr. Götz von Mirbach, Chef 9. SFltl) in der Nacht zum 28.02. wurde bei Regen und schlechter Sicht abgebrochen, weil dei Boote keine Ziele fanden. Auf dem Rückweg kollidierten "S 142" und "S 136", so dass beide Boote aKB gestellt werden mussten.

Auch ein Vorstoß der 2. und der 8. SFltl mit 14 Booten unter Führung von Korv.Kapt. Zymalkowski (Chef 8. SFltl) auf einen Konvoi bei Smith's Knoll in der Nacht zum 01.03.1944 verlief ohne Erfolge, weil die Boote wegen des schweren Seegangs umkehren mussten. Zuvor hatten schon "S 135" und "S 92" wegen Maschinenschadens entlassen werden müssen. In der gleichen Nacht fuhren die 5. und 9. SFltl einen Vorstoß gegen einen vermuteten Konvoi im Seegebiet vor Plymouth. "S 140" und "S 141" mussten frühzeitig wegen Maschinenschadens zurückkehren. Der Funkbeobachtungsdienst meldete, dass die Briten beide Verbände geortet hatten und die Konvois umgeleitet wurden. Daher wurden die Boote zurückgerufen und liefen am Morgen des 01.03.1944 in Cherbourg ein.

Am 02.03.1944 gingen die 5. SFltl mit fünf und die 9. Sfltl mit vier Booten in See zu einem Torpedoeinsatz ggen einen westlich Lizard Head gemeldeten Konvoi. Gleichzeitig sollten die Boote in die Lyme Bay einsehen, da dort seit einigen Wochen Schiffsansammlungen bemerkt worden waren. Der Konvoi kam nicht in Sicht. Auf dem Rückweg griffen zwei Flugzeuge die Boote bei Alderney mit Bomben und Bordwaffen an. Die Boote kamen unversehrt nach Cherbourg zurück.

Die hellen Mondnächte verboten in der Folgezeit alle S-Boot-Einsätze.

  Am 11.03.1944 verlegten die 5. und 9. SFltl mit 11 Booten nach Brest. Die von hier aus gefahrenen Stichansätze gingen wegen mangelnder Luftaufklärung ins Leere. Am 15.03.1944 meldete die Aufklärung einen Konvoi bei Land's End. Die beiden Flottillen wurden darauf angesetzt. Das britische Coatal Command meldete die S-Boote. Der Konvoi, geschützt durch die Korvetten ""Azalea" und "Primrose", wurde umgeleitet und es wurden der Kreuzer "Bellona" und die Zerstörer "Ashanti" und " Tatar" sowie die Geleitzerstörer "Melbreak" und " Brissenden", zwei Minensucher und MTB-Gruppen in das Seegebiet beordert.

Am 20.03.1944 stießen die 5.  und die 9. SFltl mit 13 Booten auf den Konvoi WP. 494 vor, der bei Startpoint gemeldet worden war. Diesen Vorstoß mussten die Flottillen abbrechen, da der Funkspruch "WP entering Weymouth Bay now" (WP läuft nun in die Bucht von Weymouth ein) aufgefangen wurde.  Auf dem Rückmarsch kollidierten "S 146" und "S 84" sowie kurz darauf "S 143" und "S 139". "S 84" und "S 139" waren bis Ende des Monats aKB.

Ein weiterer Einsatz der 5. und 9. SFltl am 22.03.1944 gegen einen gemeldeten West-Konvoi wurde wegen Sichtverschlechterung abgebrochen. Das Fehlen von Funkortungsmitteln beeintächtigte die Erfolgsausssichten der Boote gegen die stärker gewordende britische Abwehr.

In Holland war die Lage noch schlechter. Schlechte Sicht und Sturm behinderten bis Ende März alle Einsätze. In der Nacht 23./24.03.1944 waren die 2. SFltl von  Ijmuiden mit 6, die 4. SFltl von Hoek van Holland mit drei, und die 8. SFltl mit  sieben Booten von Ijmuiden ausgelaufen, um gegen ein Südgeleit zu operieren. Schlechte Sicht zwang zur Umkehr. Dabei kollidierten "S 65" und "S 85" von der 8. SFltl.  Erst in der Nacht 25./26.03.1944 waren die Boote wieder auf Feindfahrt. Ebenso wie in vier weiteren Einsätzen wurden die Boote aber frühzeitig durch Zerstörer abgedrängt oder sie bekamen die Geleitzüge nicht in Sicht.  

Die Alliierten ergriffen nun mehr und mehr die Offensive. Insgesamt 385 Marauders (B 26) der USAF griffen am 26.03.1944 in mehreren Wellen den Stützpunkt Ijmuiden an, ohne die S-Boots- und Minenbunker zu durchschlagen, aber die Neubaubunker und die Versorgungshallen nahmen erhebliche Schäden. "S 93" und "S 129", die beide außerhalb der Bunker lagen, wurden versenkt. Vor der Bunkereinfahrt sank ebenfalls eine Schute, so dass Ein- und Auslaufen für längere Zeit nur bei Hochwasser erfolgen konnte. Beide S-Boote wurden Anfang April gehoben und zur weiteren Verwendung auf Schuten verladen und nach Deutschland abtransportiert.

 

Wrack "S 129" auf der Pier im Fischereihafen von Ijmuiden 07.04.1944

"S 129" auf der Pier des Fischereihafens Ijmuiden am 12.04.1944

Auf Konvois im Raum Smith's Knoll wurden in der Nacht zum 28.03. mit 15 Booten, in der Nacht zum 30.03. mit 13 Booten und in der Nacht zum 31.03. mit 12 Booten ohne Erfolge gefahren Vorstöße. Am Abend des 29.03. fischten "S 64" und "S 117" die 10 Mann eines abgeschossenen viermotorigen US-Bombers auf. In der letzten März-Nacht wurden die Boote von britischen Flugzeugen mit Leuchtbomben beleuchtet, so dass sie nicht unbemerkt an den Konvoi gelangen konnten und deswegen abdrehten. Auf dem Rückweg gerieten die Boote ein ein Gefecht zwischen "MTB 350", "MTB 244", "MTB 245" und "MTB 241" und einem deutschen Küstengeleit. Dabei wurde "MTB 241" versenkt. Trotz ES-Austausch musste "S 85" von der eigenen Geleitsicherung mehrere Treffer einstecken, hatte aber keine Ausfälle.

In der ersten Aprilwoche war kein S-Boots-Wetter, d.h. die Boote blieben in den Häfen. Am 11.04. trafen "S 168" (Oblt.z.S. Dau), "S 173" (ObStrm. Pape) und "S 177" (Lt.z.S. Boseniuk) als Verstärkung der 9., 4. und 2. SFltl ein.

Am 12.04.1944 fuhr die 5. SFltl mit "S 140", "S 143", "S 138",  "S 112", "S 141" und "S 100" einen ergebnislosen Einsatz bei Portland Bill. Am 13.04.1944 sollten die 4. mit fünf und 8. SFltl mit sieben Booten Minen bei Smith's Knoll werfen, mussten aber wegen schlechter Sicht umkehren. 

In der Nacht zum 14.04.1944 fuhren die 5. und die 9. SFltl einen Vorstoß auf die Lyme Bay wurden aber nach zwei Stunden zurückgerufen, da der Konvoi westlich von Portland Bill nicht mehr zu fassen war.

In der Nacht 18./19.04.1944  warf die 8. SFltl Minen. Im Gefecht mit MGBs und dem britischen Zerstörer "Whitshed" erhielt "S 64" einen Volltreffer ins Stb-Torpedorohr und einen ins Zwillings-MG mittschiffs. "S 133", das mit Maschinenausfall still lag und einen Brand löschen musste,  erhielt einen Treffer in den Kommandantenraum und einen auf den Schutzschild des achteren Geschützes. Auf beiden Booten gab es fünf Leichtverletzte. Bei der 5. SFltl, die ebenfalls Minen gelegt hatte, fiel auf "S 141" in einem Gefecht mit britischen Bewachern ein Mann (MaschObGefr. Ewald Schänzer), ein Mann wurde schwer verletzt. Die 9. SFltl mit "S 146", "S 144", "S 150" , "S 130" und "S 167" konnte ihre 30 Minen unbehelligt werfen.

In der Nacht zum 20.04.1944 mussten die 8. mit sechs und die 4. SFltl mit 7 Booten einen Mineneinsatz wegen schlechten Wetters abbrechen. Die 5. SFltl mit "S 143", "S 138",  "S 112" und "S 100" und die 9. SFltl mit "S 146", "S 144", "S 150" , "S 130" und "S 167" einen Stichansatz auf ein CW-Geleit westlich von Portland Bill wurden aber von den Geleitzerstörern "Middleton" und "La Combatante" (ex "Haldon") abgedrängt. Die Boote liefen ohne Schäden in Cherbourg ein, nur "S 144" lief nach einer Grundberührung bei Calais in Boulogne ein.

Am frühen Morgen des 22.04.1944 stießen die 5. SFltl mit "S 100", "S 112", "S 143", "S 140" und "S 138" und die 9. SFltl mit "S 146", "S  150", "S 145", "S  145", "S 130" und "S 167" gegen einen WP-Konvoi  westlich  Portland Bill im Stichansatz vor. Die Zerstörer "Volunteer" und "Middleton" zusammen mit "MGB 214", "MGB 617" und "MGB 235" griffen die 9. SFltl an und "S 167" erhielt mehrere Treffer. Es gab zwei Schwer- und zwei Leichtverletzte. "S 130" und "S 167" meldeten Treffer auf MGBs.

Am Abend des 22.04.1944 liefen die 8. mit fünf und die 4. SFltl mit sechs Booten aus, um auf die englishe Küste vorzustoßen, mussten aber wegen schlechten Wetters umkehren.

Die 5. SFltl mit "S 100", "S 143", "S 138", "S 136", "S 140" und "S 142" griff den Konvoi CW.246 vor Dungeness an. Es wurden sieben Torpedos geschossen aber nur "S 100" (ObStrm. Borkenhagen) gelang die Versenkung des niederländischen Marineschleppers "Roode Zee". Die Boote wurden mehrfach von Bewachern beschossen und auf "S 138" und "S 136" gab es einen Schwer- und zwei Leichtverletzte. 

Die 9. SFltl mit "S 146", "S 147", "S 145", "S 167", "S 130" und "S 150" lieferte sich vor Hastings Gefechte mit den Geleitzerstörern "Stevenstone" und "La Combatante" sowie MGBs und MTBs, auf  "S 145" gab es durch einen 40-mm-Treffer einen Schwer- und einen Leichtverletzten. "MTB 359" wurde beschädigt.  Auf dem Rückmarsch wurden die Boote aus der Luft mit Bomben angegriffen ohne Schaden  zu nehmen.

Wartung des Flak-Geschützes Motoren-Wartung
Foto: PK-Aufnahme

Die Gruppe West wies den F.d.S. an, Aufklärung im Kanal wegen einer bevorstehenden Landung durchzuführen.

Am 25.04.1944 meldete die Luftwaffe einen Verband von 44 Schiffen von 8000 - 9000 BRT bei Selsey Bill stillliegend, weitere 120 Schiffe bei Spithead Reede und weitere 100 bei Porthsmouth bzw. Southampton.

 Dabei ging "S 147" (Lt.z.S. Theenhausen) am 26.04.1944 durch Artillerietreffer verloren. 

Die 5. und die 9. SFltl liefen am Abend des 25.04. mit jeweils sechs Booten aus, um dieses Gebiet aufzuklären. Südlich der Insel Whight gerieten die Boote in das Artilleriefeuer der britischen Fregatte "Rowley"und des französischen Geleitzerstörers "La Combatante". "S 167" erhielt einen 10,2 cm-Treffer in Abteilung V an Backbord . "S 147" (Lt.z.S. Bernhard Theenhausen) erhielt einen Volltreffer und wurde entlassen, "S 146" (Kptlt. Ulllrich Roeder) lief den Gegnern entgegen um von "S 147" abzulenken, das aber im Feuer von "La Combatante" sank. Ein Mann wurde vom Zerstörer gerettet und geriet in Gefangenschaft.

Der Geleitzerstörer "Stevenstone" und die Fregatte "Seymour" griffen die Boote nördlich Barfleur an, ohne dass es bei den Booten Ausfälle gab. Am Morgen des 26.04. wurde ein Schlauchboot von einem britischen Flugzeug gesichtet, aus dem später 11 Überlebende von "S 147", darunter der Kommandant und drei Verwundete, gerettet wurden. Von den 13 Mann die gefallen waren, sind namentlich bekannt: ObMasch. Willi Hupfer (L.M.), MaschMat. Hermann Schmidt, MaschMt. Oswald Lienau, Seekadett Erich Lamm, MatrObGefr. Karl-Heinz Petersen, MatrObGefr. Hans Bremert, MaschObGefr. Rolf Stein, MaschObGefr. Herbert Wertmann, MaschGefr. Theodor Abdorf.

 

Am 27.04.1944 liefen die 5. SFltl mit den Booten "S 136" (Kptlt. Jürgensmeier), "S 138" (Oblt.z.S. Stohwasser), "S 140" (Oblt.z.S. Goetschke), "S 142" (Obltl.z.S. Ahrens), „S 100" (ObStrm. Borkenhagen) und "S 143" (Obltl.z.S. Schmölzer) und die 9. SFltl mit "S 150" (Oblt.z.S. Behr), "S 130" (Oblt..z.S. Rabe) und "S 145" (Oblt.z.S. Schirren) aus um ein durch die eigene Aufklärung in der Lyme Bay gemeldetes Geleit anzugreifen. 

In der Lyme Bay stießen sie auf ein von der Korvette "Azalea" gesicherten Verband von acht amerikanischen Landungsschiffen, „LST 507“ (ca. 4600 ts) wurde durch Torpedos von „S 150“ und „S 130“ getroffen und „LST 531“ (ca. 3000 ts) wurde durch „S 130“ und „S 138“ versenkt. Das durch „S 145“ mit einem Torpedo getroffene „LST 289“ (ca. 200 ts) konnte mit eigener Kraft den Hafen erreichen. Es fielen 197 amerikanische Seeleute und 441 GIs. Das Abwehrfeuer der Bewacher lag so schlecht, dass alle Boote unversehrt in den Hafen einlaufen konnten.  

Die Zerstörer "Onslow" und "Saladin" kamen zu spät und konnten in das Gefecht nicht mehr eingreifen. Die 5. SFltl meldete die Versenkung eines Zerstörers und eines Dampfers von 1500 BRT. 

Am 29.04.1944 suchten die 5. und die 9. SFltl vergeblich nach georteten Zielen vor Cherbourg. "S 138", "S 143" und "S 100" liefen am gleichen Abend nach Le Havre aus und hatten unterwegs eine Gefechtsberührung mit Zerstörer "Brilliant" und dem Geleitzerstörer "La Combatante". "S 100" erhielt einen leichten Treffer.

Wegen der hellen Mondnächte fuhren die Flottillen in den ersten Wochen des Mai lediglich Fahrübungen, UKW-Erprobungen und Übungsschießen. Die Seekriegsleitung verlangte zur Invasionsbekämpfung vermehrt Mineneinsätze im Raum der Isle of Whight. 

Der nächste Einsatz erfolgte erst in  der Nacht 12./13.05.1944, ein Vorstoß 5. SFltl mit "S 100", "S 112", "S 142", "S 136", "S 141" und "S 140" und der 9. SFltl mit "S 146", "S 145", "S 130" und "S 150" in das Seegebiet um die Isle of Whight.  In einem Gefecht mit Bewachern ging "S 141" (Oblt.z.S. Sobottka) durch Artillerietreffer von dem französichen Geleitzerstörer "La Combatante" verloren. Die sechs Überlebenden, darunter der Kommandant, wurden von "La Combatante" aufgefischt.  Es gab 20 Gefallene, darunter Lt.z.S. Klaus Dönitz, der älteste Sohn des O.B.d.M., OFhnr.z.S. Horst N., StMasch. Wilhelm Kühner, FunkObGefr. Bußler, FunkObGefr. Günter Rutkowski, FunkObGefr. Helmut Weigt, MaschObMt. Horst Thon, MaschObMt. Bernd N., MatrObGefr. Wilhelm Vornkahl, MatrObGefr. Alfred Gerhardt. MatrObGefr. Karl Hennings, MaschObGefr. Konrad Thoß, MechObGefr. Hermann Seifert, MechObGefr. Otto Schißler, Matr. Günter Rost, MaschGefr. Erwin Heller, StrmGefr. Erich Klein und ein Gefreiter (Jahrg. 1925)

In der Nacht zum 16.05.1944 sollten die 4., die 5. und die 9. SFltl von Cherbourg aus Minen bei der Isle of Whight legen, was aber wegen schlechten Wetters abgebrochen werden muste, während die 2. SFltl mit "S 177", "S 178", "S 189" und "S 179" von Ijmuiden ausgelaufen ihre 20 LMB bei Hearty Knoll werfen. In einem Gefecht mit dem Geleitzerstörer "Quorn" erhielt "S 178" einen Treffer und zwei Mann wurden durch Splitter verletzt. Am Morgen des 16.05.1944 verlegte die 8. SFltl von Ijmuiden nach Ostende.

In der Folgenacht lief die 2. SFltl erneut mit Minen aus, die bei Smith's Knoll geworfen werden sollten, wegen starker Sichtverschlechterung und starkem Seegang mussten sie aber umkehren. Auf S"S 189" waren vom Seegang zwei Minen über Bord gewaschen worden.

In der Nacht zum 18.05.1944 warf die 8. SFltl mit "S 64", "S 87", "S 127", "S 133", "S 83",m "S 117" und "S 67" in der Nähe des Feuerschiffs Sunk 31 LMB. Die zweite Gruppe mit "S 83", "S 117" und "S 67" geriet unter Feuer durch die Sloop "Sheldrake" und "MGB 321", kam aber wohlbehalten zurück. Die 4. Fltl mit "S 169", "S 171", "S 188", "S 174", "S 175", "S 172" und "S 187" warf zwischen Folkstone und Dungeness 21 UMB und 14 M-1. 

In der gleichen Nacht waren die 5. SFltl mit "S 100", "S 112" und "S 142" (1. Gruppe) und "S 136", "S 138" und "S 140" (2. Gruppe) sowie die 9. SFltl mit "S 130", "S 168", "S 145", "S 146", "S 144" und "S 150" vor der Lyme Bay mit Minen im Einsatz. Die 1. Gruppe der 5. SFltl brach wegen des Wetter den Einsatz ab, von der 2. Gruppe warfen "S 136" und "S 138" 12 BMC vor Hope Nose. Die 9. SFltl brach durch eine Zerstörergruppe hindurch und warf 27 BMC. Auf dem Rückmarsch waren sie in Gefechte mit einer Zerstörergruppe und drei MGB-Gruppen verwickelt.

In der Nacht zum 19.05.1944 warf die 5. SFltl mit "S 100", m"S 140", S 142", "S 138" und "S 112" vor Start Point 10 BMC und 12 UMB und hatte einen Schusswechsel mit deutschen Vorpostenbooten. Die 9. SFltl unternahm einen Aufklärungsvorstoß von Cherbourg nach Le Havre und hatte ein Gefecht mit den Steam-Gunboats (SGBs) "Grey Owl" und "Grey Wolf".

In der Nacht zum 20.05.1944 warf die 8 SFltl mit "S 64", "S 133", "S 127", "S 87", "S 83", "S 117" und "S 67" 12 UMB und 16 M-1 vor Orfordness. Auf dem Rückweg  wurde "S 87" (Oblt.z.S. Rathenow) durch einen Angriff von britischen Swordfish-Flugzeugen stark beschädigt und konnte trotz eines Abschleppversuchs durch "S 54" nicht gehalten werden. Es fielen: Seekadett Böhland, MechObGefr.  Baumann, MaschObGefr. Schürks. Der MaschObGefr. Schulze blieb vermisst. Alle anderen Besatzungsmitglieder wurden von den anderen Booten gerettet, darunter neun Verletzte. 

In der Nacht zum 21.05.1944 brach die 2. SFltl mit sechs Booten eine Minenunternehmung vor Smith' Knoll wegen starken Nebels ab.

In der Nacht 23./ 24.05.1944 warf die 9. SFltl südlich von Brighton Minen und wurde von dem Zerstörer "Vanquisher", der den Konvoi WP.526 sicherte, unter Feuer genommen. Dabei erhielt "S 112" mehrere 40mm-Treffer, der MatrObGefr. Kurt Klose fiel und ein Seemann wurde verwundet. Von der 5. SFltl, die einen Entlastungseinsatz für die 9. SFltl fuhr, wurde "S 100" auf dem Rückmarsch von einem Einsatz durch Bomben beschädigt. Ein Seemann wurde schwer verletzt.

Am 25. und 26.05.1944 war das Wetter für S-Booteinsätze zu schlecht. Am 27.05.1944 befahl der F.d.S.:

"Die 8. SFltl verlegt in der Nacht 29./30. Mai spätestens 30./31. Mai von Ostende nach Vlissingen und durch die Kanäle weiter nach Ijmuiden.

Die 2. SFltl verlegt gleichzeitig  durch die Kanäle bis Vlissingen und weiter nach Ostende. Verbleib dort bis voraussichtlich Ende August.

Die 4. SFltl verbleibt in Boulogne bis voraussichtlich 13. Juni."

Die 2. SFltl machte am 30.05. frühmorgens mit  " S 177", "S 178", "S 179", "S 1818" im SBB Rotterdam fest. Die 8. SFltl lief am Abend des 31.05. mit sechs Booten in Ijmiden ein, nachdem sie auf dem Marsch von Lightnings angegriffen wurde, ohne dass Schäden eintraten. Die 40mm-Flak bewährte sich bei der Abwehr der Angreifer.

 Am 28.05.1944 legte die 5. SFltl mit fünf Booten 20 UMB vor der Isle of Whight. Die Flottille wurde beschossen und aus der Luft angegriffen ohne Schäden zu nehmen, die 9. SFltl warf 24 Minen vor Beachy Head. Sie beobachtete ein Gefecht zwischen einem Zerstörer und einem MGB, das in Brand geschossen wurde. 

Am 03.061944 warfen 543 viermotorige Bomber unter dem Schutz von 447 Jägern 1580 ts Bomben auf deutsche Küstenbatterien, Stützpunkte und Hafenanlagen im Pas de Calais. In den Häfen von Boulogne und Calais entstanden schwere Schäden. Die S-Boote lagen geschützt in ihren Bunkern. Durch ein getroffenes Bunkertor waren "S 172" und "S 174" eine Zeitlang blockiert.

Am 05.06.1944 erfolgte die alliierte Landung in der Normandie. Am 02.06. hatten dazu die ersten Schiffe der Invasionsflotte ihre weiter entfernt liegenden englischen  Häfen verlassen. Schweres Wetter sorgte dafür, dass ausgelaufene Verbände umgedreht oder aufgestoppt wurden, aber am 05.06.1944 um 04.15 Uhr nachdem eine Wetterbesserung in Sicht war, gab General Eisenhower sein endgültiges „O.K., we’ll go!“  

Über 4.000 Landungsfahrzeuge mit Soldaten und Gerät von fünf Infanteriedivisionen, gesichert durch über 900 Kriegsschiffe, darunter sechs Schlachtschiffe, 23 Kreuzer und 100 Zerstörer marschierten auf die französische Küste zu . Mehr als 200 Minensucher räumten acht Fahrstraßen durch den deutschen Minengürtel. Die Coastal Forces sicherten die Flanken und legten Minen vor Cherbourg und Le Havre. Sowohl das OK West als auch die Marinegruppenleitung West (Adm Krancke) hatten für die Wetterberuhigung keine Vorhersage erhalten und hielten die Aktivitäten im Kanal für eine Scheinlandung, um von einer Landung an einem anderen Ort abzulenken.  

Daher wurden auf Anweisung der Gruppe West noch Minen von Le Havre bis zur Scheldemündung vor Strände, die für eine Landung geeignet schienen, geworfen. Die S-Boote lagen in Cherbourg (5. SFltl mit sieben Booten und 9. SFltl mit sieben Booten), in Boulogne (4. SFltl mit acht Booten), in Ostende (2. SFltl fünf Booten) und in Ijmuiden (8. SFltl mit vier Booten). 

Die Boote der 5. und 9. SFltl erhielten am 06.06.1944 um 03.00 Uhr den Befehl, von Cherbourg aus nach Nordwesten und Nordosten gegen den Gegner vorzustoßen, sie brachen jedoch in der Morgendämmerung den Einsatz ab, ohne etwas gesehen zu haben.  Die 4. SFltl fuhr von Boulogne aus Aufklärung, meldete einen Zerstörer und lief ohne weitere Sichtmeldung am Morgen des 06.06.1944 wieder in den Bunker ein.

Erst gegen 14.00 Uhr des Invasionstages hatte die Gruppe West eine gewisse Übersicht über die Lage gewonnen. Die Alliierten hatten für diese Invasion insgesamt 1213 Einheiten bereitgestellt, darunter sieben Schlachtschiffe, zwei Monitore, 23 Kreuzer, 80 Flotten- sowie 25 Geleitzerstörer, 63 Fregatten  und 71 Korvetten. Neben zahlreichen Transportschiffen wurden insgesamt 4126 Landungsfahrzeuge eingesetzt. 

In der Nacht vom 06./07.06.1944 wurden alle im Westen verfügbaren Boote eingesetzt. Die 2. SFltl (Korv.Kapt. Opdenhoff) fuhr von Ostende aus mit fünf Booten einen Aufklärungsvorstoß, ohne Ziele zu sichten. Die 8. SFltl (Korv.Kapt. Zymalkowski) klärte von Ijmuiden aus mit vier Booten auf, ebenfalls ohne Ergebnis. Die 4. SFltl (Kptlt. Fimmen) ging mit acht Booten in See, um aufzuklären, sie musste mehrere Luftangriffe über sich ergehen lassen, ohne allerdings Schaden zu nehmen. Nach einem kurzen Gefecht mit einem Zerstörer lief die Flottille in Boulogne ein. Die 5. SFltl (Korv.Kapt. Klug) geriet mit seinen sechs Booten bei einem Gefecht mit britischen  Zerstörern in ein Minenfeld und verlor "S 139" (Kptlt. Dietrich), 22 Mann fielen: StObMasch. Werner Ramp, ObStrm. Werner Göbel, MaschObMt. Paul Singer, MaschObMt. Reinhold Rubin, MaschObMt. Werner Hosemann, FkObGefr. Bernhard Musiol, FkObGefr. Walter Kurzydlowski, FkObGefr. Walter Müller, MaschObGefr. Johann Graf, MachObGefr. Harry Radtke, MaschObGefr. Werner Schatz, MaschObGefr. Heinz Lubanowski, MaschObGefr. Erich Küsch, MaschObGefr. Hans Sannow, MatrObGefr. Hermann Hensel, MatrObGefr. Wilhelm Pattschull, MatrObGefr. RudolfSchnabel, MartrObGefr. Karl Seger, ZimmermannsObGefr. Gerhard Becker, MechObGefr. Josef Stenzel, MatrGefr.Hermann Reisinger, MatrGefr. Willi Jansen. Vier Mann gerieten in Gefangenschaft: Der Kmdt., Kaptlt. Dietrich, ObBtsmMt. Erich Stenzel, StrmMt. Adolf Nissen und ObMt. Walter Corsten.  

Die 9.SFltl (Korv.Kapt. v. Mirbach) operierte zeitweise mit der 5. SFltl zusammen. Die auf Zerstörer geschossenen Torpedos gingen alle vorbei. Die 9. SFltl versenkte bei St. Vaast "LCI 105", die 5. SFltl versenkte das britische "LCT 875". Beim gemeinsamen Angriff auf drei große Ziele erlitt "S 140" (Oblt.z.S. Bongertz) einen Minentreffer. Neben dem Kmdt. fielen ObMt. Paul Klimek, FkObGefr. Wilhelm Wilke, FkObGefr. Karl Sendt, FkObGefr. Rudolf Koppisch, Mt. Wilhelm Buhrandt, FkMat. Gerhard Müller, MaschObGefr. Adolf Wittje, MaschObGefr. Rudolf Schillermann, MaschObGefr. Heinz Hedrich, MatrHptGerf. Franz Grametbauer, MatrObGefr. Werner Zelzer, MatrObGefr. Kurt Müller, MatrObGefr. Helmut Pfützner, Matr. Alfons Tigges. Acht Mann konnten bei Wind 5 - 6 Bf. aus Nordwest geborgen werden. Das Boot ging verloren. Die übrigen Boote schlugen sich mit der Fregatte "Steaner" und "MTB 448" sowie "MTB 478" herum und kamen nicht an den Konvoi heran.

Da in der Gruppe West immer noch von einer Großunternehmung an einem anderen Ort ausgegangen wurde, wurde in der Nacht 07./08.06.1944 mit dem Legen der Blitz-Sperren fortgefahren. Die 8. SFltl mit vier Booten blieb in Ijmuiden, die 4. SFltl lief mit acht Booten von Boulogne aus und stieß nach Gefechtsberührung mit Zerstörerrn auf den Konvoi ECM 1. "S 175", "S 187" und "S 172" schossen Torpedos. Versenkt wurden die amerikanischen "LST 376 (1490 ts) und "LST 324" (1490 ts). Durch Zerstörer "Beagle" wurden 250 Überlebende gerettet. Die britischen Zerstörer "Saumarez", "Vigaro" und "Isis" und der norwegische Zerstörer "Stord" kamen zu spät, um die Boote abzufangen.

In der selben Nacht nutzten die Boote der 5. und 9. SFltl  von Westen kommend das gegnerische Minenfeld aus, um auf einen Versorgungsverband und auf die Sicherungskräfte zu schießen. Die 5. SFltl meldete Treffer auf einem Kreuzer und einem Zerstörer, versenkt wurde der US Flotten-Zerstörer „Meredith“. Im Gefecht mit MGBs wurden auf "S 84" durch Artillerietreffer der Kmdt. und zwei Mann leicht sowie drei Mann schwer verwundet. Die Abt. II des Bootes geriet in Brand und konnte erst im SBB gelöscht werden. Auf "S 142" (Lt.z.S. Albrecht Pillet) wurde die Mittelmaschine beschädigt, "S 138" hatte einen Treffer im Unterwasserschiff.  

Die 9. SFltl versenkte die amerikanischen Landungsfahrzeuge "LCT 376" und "LCT 314". Im Gefecht mit MGBs fielen auf "S 145" zwei auf "S 168" alle drei Maschinen aus. Die übrigen vier Boote versenkten die britischen "LCT 105" und "LCT 875". Auf "S 130" fielen Seekadett Hermann Ritter und Matr. Max Pieper, auf den anderen Booten gab es vier Verletzte. "S 144", "S 168" und "S 145" mussten aKB gestellt werden. Die 8. SFltl musste wegen des schlechten Wetters in Holland im Hafen bleiben.

S-Boote im Kanal - Foto: PK-Aufnahme

Am Morgen des 08.06.1944 standen im Kanal insgesamt noch 19 Boote für Einsätze zur Verfügung: Bei der 2. SFltl (Boulogne) vier, bei der 4. SFltl (Le Havre) sieben, bei der 5. SFltl (Cherbourg) fünf, bei der 9. SFltl (Cherbourg) drei Boote. Daher wurde die 8. SFltl mit vier Booten nach Ostende verlegt.  

In der Nacht 08./09.06.1944 waren wieder alle Boote im Einsatz. Die 2. SFltl musste wegen Wetterverschlechterung ihren Einsatz abbrechen. Die 8. SFltl fuhr Aufklärung, sichtete aber nur ein Flugzeug. Die 4. SFltl war mit Minen an Bord wegen Feindberührung zum Umdrehen gezwungen. Die 5. und 9. SFltl konnten ihre 36 Minen trotz Beschuss durch die amerikanischen Zerstörer "Frankford", "Baldwin" und "Hambleton" wie geplant legen. Die 9. SFltl meldete die Versenkung von zwei Landungsschiffen von je 4600 BRT.  Auf den Booten gab es zwei Verwundete.

In der Nacht 09./10.06.1944 hatten die Boote den gleichen  Auftrag. Die 5. SFltl mit "S 84", "S 100", "S 136", "S 138" und "S 142" und 9. SFltl mit "S 130", "S 144", "S 146" "S 150" und "S 167" blieben jedoch im Sicherungsring "Dixie Patrol" bei Kap Barfleur stecken, während die 4. SFltl mit "S 188", "S 169", "S 173", "S 172", "S 187" und "S 175"  östlich Kap Barfleur 24 Minen auf dem Verkehrsweg legen konnte und in Gefechte mit Zerstörern verwickelt wurde. "S 188" meldete einen Torpedotreffer auf einem Fährschiff von 5000 BRT. "S 172" und "S 187" meldeten Treffer auf zwei Frachtern von je 2000 BRT. "S 175" meldete zwei Fehlschüsse.

"S 190" und "S 180" verlegten von Vlissingen nach Boulogne angehängt an die 8. SFltl. Dabei erlitt "S 190" einen Minentreffer, der keinen Personenschaden und keinen Wassereinbruch zur Folge hatte. Das Boot musste aber ins Dock, daher lief die Rotte nach Rotterdam. Die 2. SFltl mit "S 177", "S 178", "S 179" und S 189" schoss acht TZ-3 und FAT, kein Torpedo traf. Bei einem zweiten Anlauf schoss wieder jedes Boot zwei Torpedos und die Flottille meldete die Versenkung von zwei Frachtern von 900 bzw. 1500 BRT und lief anschließend in Le Havre ein.

S 188 (Oblt.z.S. Kercher) wird einem nach Gefecht mit kanadischen Korvetten am 10.06.1944 auf Schäden untersucht. Das Boot wurde am 14.06.1944 in Le Havre durch Bomben versenkt.

Foto: Archiv Volker Groth

Da die Vorräte an Torpedos in Le Havre für zwei S-Flottillen und eine T-Flottille nicht ausreichten, standen für den nächsten Einsatz der 2. SFltl nur 13 Torpedos zur Verfügung, daher mussten die Boote zur Torpedo-Ergänzung nach Boulogne. Die 4. SFltl hatte noch eine volle Beladung. 

Am Morgen des 10.06.1944 warfen 23 B-24 "Liberator"-Bomber 67 ts Bomben auf den FdS-Stützpunkt St. Wimereux ohne den F.d.S.-Bunker zu treffen. In der Nacht 10./11.06.1944 konnten die 5. SFltl mit "S 84", "S 100", "S 112", "S 136" und "S 142" und 9. SFltl mit "S 130", "S 144", "S 146", "S 150" und "S 167" von Westen (Cherbourg) her auf den Nachschubverkehr durchbrechen. Die 5. SFltl versenkte im Gefecht mit Zerstörer "Stayner" und der 35. MTB-Flottille das "MTB 448". "S 136" (Kptlt. Jürgensmeyer) geriet außer Sicht und ging verloren, Kommandant und 18 Besatzungsmitglieder, ObFhnr.z.S. Erich Barheer, MechObMt. Gerhard Fuhrmann, MaschObMt. Heinz Schmidt, MaschMt. Johann Boll, MatrObGefr. Franz Kuhn, MatrObGefr. Heinz Müller, MatrObGefr. Rudi Handtke, MatrObGefr. Rischkowski, MatrObGefr. Johann Goretzki, MaschObGefr.Karl-HEinz Melcher, MaschObGefr. Valentin Kilian, MaschObGefr. Dodel, MaschObGefr. Gerhard Pickert, MaschObGefr. Friedrich Schwarze, MechObGefr. Robert Reichert, FkObGefr. Walter Kuner, FkObGefr. Gerhard Danker und Matr. (SOA) Wolfgang Siebert,  fielen, drei Mann gerieten in Gefangenschaft. 

Besatzung "S 136"  - Foto: Archiv Dennis van Dijkhuizen

Die Flottille lief zur Unterstützung der 9. SFltl bei Barfleur und torpedierte den britischen Zerstörer "Halsted", der zwar trotz abgerissenen Vorschiffs Portsmouth im Schlepp erreichen konnte aber nie wieder in Fahrt kam. Die 9. SFltl brach unter der Küste auf einen Konvoi durch, alle Schüsse gingen fehl. Kurz darauf versenkte sie einen Phoenix-Senkkasten (für den Bau der künstlichen Mulberry-Häfen vor den Landungsgebieten „Omaha“ und „Gold“), den amerikanischen Schlepper "Partridge", den britischen Schlepper "Sesame" und das Landungsschiff "LST 538". Nach Gefechten mit den SGBs "Grey Wolf" und "Grey Goose" brach die Flottille durch den Sicherungsring. Vor Cherbourg wurde die Flottille von Bombern angegriffen. "S 130" wurde durch Splitter stark beschädigt und musste aKB gestellt werden. Der Kmdt. und vier Mann wurden verletzt. "S 146" und "S 144" wichen nach Le Havre aus. 

Die 4. SFltl mit "S 169", "S 171", "S 173", "S 187" "S 188" und "S 172" legte 24 UMB-Minen  westlich von Le Havre und lief nach Verfolgung durch den kanadischen Zerstörer "Sioux", den polnischen Zerstörer "Krakowiak", die britische Fregatte "Duff" und die 55. MTB-Flottille mit kleineren Schäden aber ohne Ausfälle Boulogne an. 

Die 2. SFltl lief mit "S 177", "S 179", "S 189" und "S 178" von Le Havre aus. "S 174" und "S 175" hatten nur je zwei Maschinen klar und verlegten nach Boulogne. Die vier Boote legten nachdem sie eine Zerstörergruppe mit dem norwegischen "Stord" und den britischen Zerstörern "Scorpion", Scourge" und "Kelvin" ausmanövriert hatte planmäßig und unbemerkt 16 LMB-Minen und konnte anschließend an den Verstärkungsverkehr heranstaffeln. "S 177" (Lt.z.S. Boseniuk) und "S 178" (Oblt.z.S. Braune) versenkten den Munitionsdampfer "Dungrange" (621 BRT), das mit Benzinfässern beladene britische Motorschiff "Ashanti" (534 BRT) und den Frachter "Brackenfield" (657 BRT), der mit Munition und Benzinfäsern beladen war. 

Die 8. SFltl mit "S 83", "S 117", "S 127" und "S 133" von Ostende ausgelaufen wurde bei ihrer Aufklärungsfahrt  zweimal von Flugzeugen angegriffen ohne Schaden zu nehmen.

Die alliierte Aufklärung meldete die verminten Gebiete aber sofort auf der Basis aufgefangener Funksprüche, so dass sie gemieden oder aber geräumt wurden. Das traf auch für spätere Mineneinsätze zu. Da die übrigen Seestreitkräfte (Zerstörer und U-Boote) vernichtet bzw. vertrieben wurden, blieben nur die S-Boote und die T-Boote, um gegen die Landungsverbände zu kämpfen.  

Für die Nacht 11./12. 06.1944 galt das gleiche Einsatzprofil jedoch mit Unterstützung durch die 4. Artillerie-Träger-Flottille. Die 5. SFltl und 9. SFltl zusammen mit sechs Booten griff die amerikanischen Zerstörer "Laffey" und "Nelson" an und "S 138" (Oblt.z.S. Stohwasser) erzielte einen  Treffer auf dem amerikanischen Zerstörer "Nelson". Das Schiff konnte nach Portsmouth eingeschleppt werden.  Ein Treffer auf "S 100" führte zum Kompassausfall, der MaschObGefr HEinz Sommerfeld" fiel. Die zur 9. SFltl gehörenden Boote "S 146" und "S 144" operierten von Le Havre aus erfolglos. 

Die 8. SFltl fuhr erneut vor Ostende Aufklärung ohne Sichtung eines Feindfahrzeuges. Vor Le Havre geriet die 2. SFltl in ein Gefecht mit den kanadischen "MTB 461", "MTB 463" und "MTB 464" und dem Geleitzerstörer "Talybont". Dabei erhielt "S 181" einen Treffer an der achteren Brückenkante. Es fiel der MatrObGefr. Franz Nilisterfer und ein Mann wurde verwundet. Auf dem Rückmarsch wurden "S 179" und "S 181" durch Minendetonation in einer eigenen "Blitzsperre" beschädigt. Die 4. SFltl mit "S 169", "S 187", "S 173", "S 188", "S 171" und "S 172" musste einen Flugzeugangriff über sich ergehen lassen und geriet dann in ein Gefecht mit den Zerstörern "Onslaught", "Onslow", "Offa" und "Oribi", beides ohne Schaden zu nehmen. Im Gefecht mit MTBs versenkte "S 171" (Kptlt. Wiencke) das britische "MGB 17" mit Artillerie.

Inzwischen hatte die Seekriegsleitung befohlen, dass die 6. SFltl, die in der Ostsee operierte, wieder an die Westfront zu verlegen. Die Flottille lief mit ihren neun Booten am 13.06.1944 von Reval aus nach Westen.

In der Nacht 12./13.06.1944 sollten die Flottillen wieder den Nachschubverkehr für die Landungstruppen angreifen. Die 5. und 9. SFltl mit "S 150'", "S 167", "S 138" und "S 142" unterstützt von Küstenartillerie wurden in ein Gefecht mit Sicherungskräften der "Dixie-Patrol" verwickelt, trafen aber nicht auf den Nachschubverkehr, der südlich der Isle of Wight wegen der Verluste während der Nächte eingestellt worden war. Vor Le Havre stießen sie auf eine weitere Patrouille. "S 138" wurde im Gefecht mit  dem britischen Zerstörer "Isis" und den Geleitzerstörern "Glaisdale" und "Stevenstone" getroffen, es gab einen Verwundeten, das Boot geriet in Brand konnte aber gehalten werden.  Die Booteliefen nach Le Havre ein, weil ein Durchbruch nach Cherbourg aussichtslos erschien. 

Die 4. SFltl war mit "S 169", "S 173", "S 188", "S 171" und "S 172" aus Le Havre ausgelaufen. Luftangriffe auf die Boote bleiben ohne Beschädigungen. Kurz nach Mitternacht erlitt S" 169" von der 4. SFltl einen Minentreffer mit Wassereinbruch in Abt. III, konnte aber den Hafen erreichen. Beim Einlaufen  wurde das Boot von einem auslaufenden Raddampfer an Steuerbord getroffen. Die übrigen Boote der Flottille gerieten in Gefechte mit den kanadischen Korvetten "Camrose", "Baddeck" und "Louisburg". " S 188" (Kptlt. Karcher) erhielt einige 20mm- und 40mm-Treffer, Kommandant und ein Mann wurden verwundet.

Die 5. SFltl mit nur den einzigen einsatzbereiten Booten "S 100", "S 84" und " 143" musste wegen eines Kompassausfalls auf "S 100" und starkem Nebel nach Le Havre zurückkehren.

Die 2. SFltl war mit vier Booten von Le Havre ausgelaufen um auf den Nachschubverkehr zu operieren. Wegen heftiger Verfolgung durch Zerstörer und schlechter Sicht wurde der Einsatz abgebrochen. Beim Marsch nach Boulogne griff ein Flugzeug den Verband an. Wenige Minuten später griffen sechs Flugzeuge an. 

"S 178" (Oblt.z.S. Braune) erhielt einen Volltreffer und sank.  Es fielen: Der Kommandant, Oblt.z.S. Georg Braune, Lt. (Ing.) Hans-Ulrich Schaube, ObFhrn.z.S. Ernst-Günther Heidrich, StrmMt. Wilhelm Reinmuth, MaschMt. Walter Schuckardt, MatrHptGefr. Jürgen Grimm, MatrHptGefr. Johann Hirschbeck, MatrHptGefr. Georg Weber, MatrObGefr. B., FkObGefr. Lorenz Kriegler, MaschObGefr. Heinz Harms, MaschObGefr. Reinhold Schmid, MechObGefr. Hans Haas, ZimmermannsObgefr. Fritz Kluge, MatrGefr. Leo Heppner, MatrGefr. Friedrich Weinzierl, Matr. Kurt Winkelmann. 10 Überlebende konnten am Morgen von einem Seenotboot der Luftwaffe aus einem Schlauchboot gerettet werden. Während der Rettungsversuche griffen die Flugzeuge fortlaufend mit Bomben und Bordwaffen die Boote an und alle Boote erhielten Treffer.

"S 189" (Ob.Strm. Sczesny) ließen sich die Maschinen niicht mehr stoppen, das Boot geriet in Brand und wurde beim nächsten Angriff versenkt. Es fielen: ObStrm. Alois Sczesny (Kommandant), ObFhrn.z.S. Karl-Ludwig Gumpert, ObMasch. Max Schlegl (L.M.), MaschMt. Oskar Seidler, MatrObgefr. Josef Peinelt, FkObGefr. Alfred Zaddach, MaschObGefr. Gerhard Hesse, MaschObGefr. Alfred Pfeiffer, MaschObGefr. Herbert Zulley, MatrGefr. Paul Zehn, MatrGefr. Friedrich Weinzierl, Matr. (SOA) Karl-Heinz Ilgenfritz. Acht Mann konnten durch "S 181" gerettet werden. 

Auf "S 179" (Oblt.z.S. Neugebauer) fielen alle Maschinen aus und das Boot brannte. Nach Abschleppversuch durch "S 181" (Oblt.z.S. Schlenck) unter laufenden Angriffen durch "Beaufighter" der RAF-Squadrons 143 und 236 sank das Boot zwei sm vor Boulogne. Beim Versuch, die Überlebenden zu retten, ging "R 97'" längsseits. Eine Bombe fiel zwischen "S 179" und "R 97", was zum Untergang "S 179" führte, wenige Minuten später explosierten die Sprengsätze des R-Bootes und das Boot sank auch. "R 99" übernahm die Restbesatzung. Es fielen: ObMasch. Reinhold Ewnuschenko (L.M.), BtsmMt Arthur. Püschel (Seem. Nr.1), StrmMt. Karl Holzinger, MaschMt. Bernhard Schnittger, MatrObGefr. Hubert Bittrich, MatrObGefr. Karl-Heinz Giehse, MaschHptGefr. Hans Tröger, MaschObGefr. Rolf Angermann, MaschObGefr. Theodor Kissmer, MaschObGefr. Otto Leithäuser, SchrObgefr N.N., MaschGefr. Emil Broza, Matr. Fritz Flämig. Sieben Mann konnten durch "S 181" gerettet werden. 

Neben den 42 Gefallenen gab es 20 Verwundete.

In der Nacht 13./14.06.1944 sollten die Boote wiederum die Landungsflotte angreifen, die 5. und 9. SFltl sollte wegen der Konzentration der Boote auf Le Havre anschließend nach Cherbourg laufen. Wind aus Nordwest mit sieben Windstärken zwang die Boote der 4., 5. und 9. SFltl zum Abbruch des Einsatzes und zur Rückkehr nach Le Havre. Der Funkverkehr wurde abgefangen und entschlüsselt und die Alliierten griffen mit 221 Lancaster-Bombern geleitet durch Jäger und durch Mosquito-Schnellbomber die Boote am Abend des 14.06.1944 an. 14 S-Boote ("S 84", "S 100", "S 138", "S 142", "S 143", "S 144", "S 146", "S 150", "S 169", "S 171", "S 172", "S 173", "S 187", "S 188", "S 188")  und drei der vier im Hafen befindlichen Torpedoboote sowie sieben Minensuchboote, drei Minenräumboote, acht Vorpostenboote, ein Hafenschutzboot und vier Schlepper sanken bzw. wurden vernichtet, nur "S 167" entkam durch Auslaufen. "S 169" war im Dock umgefallen, "S 146" auf den Strand gesetzt und durchgebrochen, von "S 150" war das Vorschiff abgerissen, "S 144" wurde unter einem gesunkenen Dock eingeklemmt. 

In dem Bombardement fielen 18 Soldaten, der Chef 5. SFltl (Kptlt. Johannsen), dem noch am Tage seines Todes das Ritterkreuz verliehen worden war, StObMasch. Gerhard Laschke von "S 100", Seekadett Günther Odebrecht von "S 150", MatrObGefr Arnold Scheider von "S 169", MatrObGefr Helmut Rennwald von "S 171", FkObGefr Josef Linden, MechObGefr. Karl-Heinz Renner, MatrObGefr. Hans Winkler, MechGefr. Willi Pommerenke, MaschGefr. Alfred Spielberg und MaschGefr Werner Schmidt von "S 172", MaschObGefr. Heinz Quaas von "S 173", MaschObGefr Otto Köhring, MaschObGefr. Klaus Klier und FkObGefr. Horst Glöckner von "S 188", MatrGefr. Heinz Reichel von "S 167". Ferner gab es 25 Verwundete zu beklagen, darunter der Chef 9. SFltl (Kptlt. v. Mirbach) und vier Kommandanten.  

   Kapt z.S. Petersen    499. Eichenlaufträger       KptLt v. Mirbach       500. Eichenlaubträger

In der folgenden Nacht erfolgte ein Luftangriff auf Boulogne. 155 Lancaster, 130 Hallifax und 12 Mosquitos warfen etw 1300 ts Bomben ab. Es sanken neun Minenräumboote, zwei Minensuchboote, zwei Vorpostenboote, drei Schlepper, fünf Hafenschutzboote  und drei Minensuchbootstender. 

Die Luftangriffe dieser beiden Nächte hatte die Marine im Kanal entscheidend geschwächt, von 31 S-Booten bei Invasionsbeginn waren in den vier Flottillen noch 13 einsatzbereit:  

Ostende 8. SFltl  3 Boote S 83, S127, S 133
Boulogne 2. SFltl 4 Boote S 176, S 180, S 181, S 182
 4. SFltl 2 Boote S 174, S 175
Le Havre 9. SFltl  1 Boot S 167
Cherbourg 9. SFltl 3 Boote S 130, S 145, S 168

Daher wurden die Boote der 2. und 4. SFltl unter Leitung des Chefs 2. SFltl zusammengefasst und das Personal der 5. SFltl zur Neuaufstellung in die Heimat entsandt. Um eine erneute Konzentration auf  Le Havre zu vermeiden und da Boulogne sich unter ständigem Zugriff der alliierten Luftwaffen befand, wurde Dieppe als zusätzlicher Stützpunkt aktiviert. Die 6. SFltl war aus der Ostsee als Verstärkung angefordert worden und die 8. SFltl sollte mit neuen Booten aufgefüllt werden.

Übernahme von Minen im zerstörten Boulogne

Die Gruppe West hielt auch nach diesem Disaster daran fest,. dass die S-Boote die alliierte Invasionsflotte angreifen sollten. 

Am Abend des 16.06.1944 liefen also die 8. SFltl mit drei Booten von Ostende aus, die 2. SFltl mit vier Booten von Boulogne, die 4. SFltl mit zwei Booten und die 9. SFltl mit drei von Cherbourg aus, um gegen die Invasionsflotte zu operieren. Zwei Stunden vor dem Auslaufen hatte der Chef der 2. SFltl gemeldet, dass Le Havre als Einsatzhafen nicht mehr geeignet war, da der Gegner die Hafeneinfahrt blockiere. Daher stellte der F.d.S. ihm frei nach Cherbourg durchzubrechen.

Nach JaBo-Angriffen lief die 8. SFltl um 02.00 Uhr wieder in Ostende ein, wenig später liefen die 2. und die 4. SFltl in Boulogne ein, auch sie hatten JaBo-Angriffe überstehen müssen. Die 9. SFltl hatte bei schlechter Sicht keine Ziele gefunden und kehrte nach Cherbourg zurück. Auch in der folgenden Nacht verlief der Einsatz der 9. SFltl ähnlich.

Am 17.06.1944 erhielt die 9. SFltl den Befehl, die inzwischen eingeschlossenen „Festung“ Cherbourg mit Munition von St. Malo zu versorgen. 

Trotz der Lagebeurteilung des Chefs 2. SFltl befahl die Gruppe West die Verlegung der Flottille nach Le Havre, was mit den Booten "S 174", "S 175", "S 178", "S 180", "S 181" und "S 190" ("S 174" und"S 175" waren von der 4. SFltl an dei 2. SFltl abgegeben worden) erfolgte. In der gleichen Nacht verlegte die 9. SFltl mit "S 130", "S 145", "S 168" und dem defekten Boot "S 112" von Cherbourg nach St. Malo.

Am 18.06.1944 brach die 1. US-Armee durch bis Barneville und damit war die Festung Cherbourg für die S-Boote nicht mehr nutzbar. Die Gruppe West befahl die Zerstörung des S-Boot-Stützpunktes bis auf drei Boxen.  

Am 19.06.1944 sollte eigentlich die 6. SFltl in Ijmuiden einlaufen, durch Bombenschäden an der Schleuse Brunsbüttelkoog waren sie aber aufgehalten worden.

In der Nacht 22./23.06.1944 brachten "S 130", "S 145" und "S 168" (Gruppe Rabe) Munition und 24 Heeresoffiziere nach Cherbourg. 

Die 8. SFltl verlegte mit drei Booten von Ostende nach Boulogne und erlitt durch JaBo-Angriffe Schäden auf allen Booten durch Bombensplitter, auf "S 83" gab es zwei Verletzte und das Boot musste ins Dock. 

Die 2. SFltl mit sieben Booten war mit Minen unterwegs als sie in ein Gefecht mit Zerstörern geriet. "S 190" (Kptlt. Wendler) erhielt mehrere 10,2-cm-Treffer und musste aufgegeben werden. Die Besatzung konnte geborgen werden. Es gab drei Verwundete, MaschMt. Georg Klöhn blieb vermisst. Die Flottille kehrte ohne Minen geworfen zu haben nach Le Havre zurück.

In der Nacht zum 24.06.1944 ordnete die SKl an, dass alle einsatzbereiten Boote nach St. Malo velegen sollten. Die Gruppe Rabe musste Cherbourg verlassen, da der Hafen endgültig verblockt werden sollte, und verlegte mit je 27 eingeschifften Soldaten nach St. Malo.

In der Nacht 24./25.06.1944 konnte die 2. SFltl die Minen legen trotz einer Gefechtsberührung mit den Zerstörern "Stord" und "Venus". Alle geschossen Torpdo verfehlten ihre Ziele. "S 175" erhielt einen 12-cm-Volltreffer auf der Brücke, es fielen MatrHptGer. Leonard Strauß und FkObGefr. Alfred Geiger, ein Mann wurde verwundet. Auf dem Rückmarsch erhielt "S 181" bei einem Gefecht mit drei MGBs einen 40-mm-Treffer, wobei zwei Mann verwundet wurden.  

"S 130" und "S 168" verlegten von St. Malo nach Alderney. Die 8. SFltl verlegte mit drei Booten nach Le Havre.

  Am 26.06.1944 traf die 6. SFltl (KptLt. Obermaier) mit  den Booten "S 39", "S 76", "S 90", "S 91", "S 114", "S 132" und "S 135" in Ijmuiden ein. Sie wurde Anfang Juli nach Le Havre verlegt.  

Beim Versuch, von Alderney nach Dieppe durchzubrechen, gerieten in der Nacht 26./27.06.1944 "S 130", "S 145" und "S 168" von der 9. SFltl in ein Gefecht mit Zerstörern. "S 145" (Ob.Strm. Seifert) erhielt Treffer in den Abteilungen V und VI und fuhr mit einer Maschine nach Alderney zurück.  Die anderen Boote erreichten Dieppe. "S 145" erreichte am 27.06.1944 St. Malo. Hier lag noch "S 112". Der F.d.S. plante beide Boote zur Instandsetzung nach Brest zu verlegen.

In der Nacht 27./28.06.1944 blieb ein Vorstoß der 2. und 8. SFltl in die Seinebucht ergebnislos. In der Nacht 28./ 29.06.1944  legten die Boote der 2. SFltl Minen, die 8. SFltl operierte als Deckungsgruppe. Die Aktion blieb unbemerkt.  

Am 29.06.1944 verfügte der F.d.S. an der Westfront über folgende Einheiten:

St. Malo 5. SFltl:  S 112 fahrbereit
9. SFltl: S 145 aKB
Le Havre 2. SFltl: S 174, S 177, S 180, S 181 KB
8. SFltl: S 83, S 127, S 133 KB
9. SFltl: S 167 KB, S 175 aKB
Dieppe 9. SFltl: S 130 fahrbereit, S 168 KB
Vlissingen 2. SFltl: S 176, S 182 KB
Amsterdam 6. SFltl: S 39, S 114 KB
Rotterdam 6. SFltl: S 76, S 90, S 97, S 132, S 135 KB
Ijmuiden 6. SFltl: S 91 aKB

In der Nacht 03./04.07.1944 ging die 8. SFltl mit drei Booten in See, um Minen zu werfen.  Auch diese Aktion wurde den Alliierten frühzeitig bekannt, so dass eine MGB-Gruppe gezielt angesetzt wurde. Es gelang den deutschen Booten jedoch, ihre Gegner abzuschütteln und nach einem Flugzeugangriff noch ihre Minen nordwestlich von Kap d'Antifer zu legen, ehe sie wohlbehalten in Dieppe einlaufen konnten. Die 2. SFltl war ebenfalls in See, die 1. Gruppe mit "S 177", "S 180" und "S 181" geriet unter Beschuss von MGBs und eines eigenen Vorpostenbootes, wobei "S 181" Treffer erhielt, MaschMt. Bernhard Häring fiel, ein Mann wurde verwundet . Die 2. Gruppe mit "S 175", "S 174" und "S 167" warf ihre Minen und traf dann auf die britischen Fregatten "Stayner" und "Thornborough", ein Fächerschuss mit fünf Torpedos ging fehl. Die Boote wurden sofort unter Feuer genommen, kehrten aber unversehrt in den Bunker von Le Havre zurück.  

Die 2. SFltl lief am Abend wieder mit Minen aus, geriet aber kurz nach dem Auslaufen in ein Gefecht mit den kanadischen "MTB 459", "MTB 464" und "MTB 464" und der Fregatte "Trollope".

 

Auslaufen aus den Bunkern der Kanalküste - Foto: PK-Aufnahme

In der Nacht 04./05.07.1944 sollte die 8. SFltl von Dieppe nach Brest verlegen, wegen Maschinenschäden auf "S 83 " und "S 127" fiel das aber aus. In der folgenden Nacht klappte die Verlegung von "S 112" und "S 145" nach Brest, unterwegs retteten sie 57 Mann von dem brennenden Vorpostenboot "V 715".

Am späten Abend des 05.06.1944 sollte "S 83" zusammen mit dem Flugsicherungsboot "Fl.Bt. 512" von Dieppe nach Boulogne verlegen. Dabei mussten sie mehrere Luftangriffe über sich ergehen lassen. "FlBt. 512" erhielt einen Bombentreffer. "S 83" übernahm die Überlebenden und die Geheimsachen und versenkte das Boot. Auf "S 83" wurden zwei Mann verwundet und die 40mm sowie die 20mm Kanonen waren unklar.

In der Nacht 05./06.07.1944 verlegte die 6. SFltl unter Führung des Chefs 8. SFltl (KKpt Zymalkowski) zusammen mit den Booten "S 176" und "S 182" der 2. SFltl und "S 168" der 9. SFltl von Boulogne nach Le Havre. Sie hatten den Auftrag von der Gruppe West den Torpedoangriff auf Zerstörer zu suchen, obwohl der F.d.S. dagegen Bedenken hatte. 

Die 2. SFltl war ebenfalls in See mit "S 177", "S 181", "S 180" sowie "S 167" und "S 175" von der 9. SFltl. Sie hatten Gefechtsberührung mit Zerstörern, Fregatten und MGBs. Vier Torpedosalven gingen fehl. Während des Einlaufens flog der Mittelteil des Räumboot-Bunkers durch Explosion der 41 dort gelagerten Torpedos in die Luft. Die Boote blieben unbeschädigt. Es kamen sieben Mann, Kaptlt. (Ing.) Kurt Weiß,  OFhnr.z.S. Franz Gant, MaschObMt. Hans Schmidt, KraftfObMt. Karl-Heinz Steffen, KraftfObGefr. Willi Zahn, VerwHptGefr. Kurt Saewe und Mt. B. von der 2. SFltl, ums Leben.

In der Nacht 07./08.07.1944 waren die 2. SFltl mit zwei Gruppen, "S 176", "S 177", "S 182" sowie "S 174", "S 180" und "S 181" im Torpedoeinsatz in der Seine-Bucht. In einem Gefecht mit Zerstörern und MGBs erzielte die 1. Gruppe der 2. SFltl einen Torpedotreffer auf der britischen Fregatte "Trollope", die zwar vom Geleitzerstörer "Stevenstone" in Schlepp genommen und auf Grund gesetzt werden konnte aber nie wieder in Fahrt kam.

Auch die 2. Gruppe geriet bald nach dem Auslaufen in Gefechte mit Zerstörern. Die gefeuerten Torpedos verfehlten ihre Ziele. Die Geleitzerstörer ""Cattistsock" und "La Combatante" und die Fregatte Thornbrough ließen sich zunächst nicht abschütteln, aber als eine MTB-Gruppe sich näherte, wurde dies unter Feuer genommen. Die MTBs nahmen Kurs auf die S-Boote und ein MTB wurde auf 100 m Entgfernung von einem S-Boot mit dem 20mm-Vierling zusammengeschossen und geriet in Brand. Der Rottenführer der MTB rammte das brennende Boot mit hoher Geschwindigkeit. Die S-Boote entzogen sich hinter einem Nebelschleier und liefen am frühen Morgen in Le Havre ein. Alle Boote hatten Schäden aufzuweisen, ein Seemann war schwer, zwei weitere leicht verwundet.

Am 08.07.1944 gingen die 2. SFltl mit sechs Booten zum Torpedo-Einsatz und die 6. SFltl mit drei Booten zum Minenlegen von Le Havre aus in See. Das Wetter zwang beide Flottillen zur Umkehr. Die 9. SFltl mit "S 175", "S 168" und " S 167" lief von Dieppe aus und stieß bald nach dem Auslaufen auf eine Gruppe von Minensuchern. Die geschossenen Torpedos gingen fehl. Die Flottille lief am frühen Morgen wieder ein.

Das Wetter behinderte oder verhinderte in den nächsten Tagen die S-Boot-Einsätze bis Mitte Juli 1944. Es gab einige Gefechte mit Zerstörern und MGBs, die ohne nennenswerte Ereignisse endeten. 

Am 15.07.1944 gingen die 2. SFltl mit "S 180", "S 177", "S 174" und "S 182" und die 6. SFltl mit "S 132", "S 90" und "S 135" von Le Havre aus in See. Die 2. SFltl wurde in Gefecht mit kanadischen MTBs verwickelt, auch die 6. SFltl schoss sich mit den kanadischn "MTB 459", "MTB 466" und "MTB 464" herum und alle Boote hatten beim Einlaufen Trefferschäden. Auch die 9. SFltl mit "S 175", "S 168" und "S 167" schlug sich mit MTB herum. "S 168" erhielt einen Treffer auf das Schutzschild der 40mm-Kanone. Es gab dabei einen Verwundeten. Auf "S 138" gab es einen Schwerverwundeten. 

 

S-Boote auf Angriffskurs - Foto: PK-Aufnahme

Am 17.07.1944 wurde ein Konvoi mit Ostkurs bei Selsey Bill von der Aufklärung entdeckt, der F.d.S. setzte die 9. SFltl mit drei Booten darauf an, die aber nicht an den Konvoi heran kamen, da sie frühzeitig entdeckt und in Gefechte verwickelt wurden. Auf dem Rückmarsch nach Dieppe wurden sie mehrfach aus der Luft angegriffen ohne Schäden zu nehmen.

Die 6. SFltl mit "S 135", "S 90" und "S 132"  war von Le Havre aus im Einsatz, stieß aber auch bald nach dem Auslaufen auf MTB und erzielten auf "MTB 361" mehrere 40mm-Treffer. Die 40mm auf "S 132" war ausgefallen.

Die 2. SFltl war mit sechs Boote in zwei Gruppen in der Seine-Bucht im Einsatz. Die erste Gruppe mit "S 176", "S 177" und "S 182" lieferte sich ein Gefecht mit MGB wobei "S 176" einen Treffer bekam und drei Verwundete hatte, während die 2. Gruppe mit "S 174", "S 180" und "S 181" keine Ziele fand und ohne Erfolge nach Le Havre zurückkehrte.

In dergleichen Nacht verlegten "S 91", "S 79" und "S 114" zur Verstärkung der 6. SFltl von Ostende nach Boulogne.

Das Wetter sorgte dafür, dass am 19. und 20. und 21.07.1944 keine S-Boot-Einsätze stattfanden. Am 22.07.1944 musste die 2. SFltl einen Einsatz wegen schlechter Sicht abbrechen. 

In der gleichen Nacht wurde versucht das Torpedoboot "T 28" unter Sicherung durch "S 135", "S 90" und "S 132" nach Boulogne zu verlegen. Wegen Maschinenschadens auf "S 90" musste es nach Le Havre zurückkehren unter Begleitung von "S 135". "T 28" und "S 132" liefen allein weiter. Ein Einsatz des Geleitzerstörers "Melbreak" gegen diesen Verband blieb erfolglos. 

Später in der gleichen Nacht verlegten "S 90" und "S 135" zusammen mit der 4. R-Fltl von Le Havre nach Dieppe. Dabei wurden sie von Zerstörern und MGB angegriffen. Auf "S 135" gab es einen Schwerverletzten. 

Am späten Abend des 23.07.1944 setzte "T 28" seinen Marsch nach Osten gesichert durch die 8. SFltl fort. Der Verband war unter fast ständiger Radarbeobachtung und wurde durch die britsche Küstenartillerie beschossen. Trotz mehrfacher JaBo-Angriffe setzte der Verband seinen Marsch fort und konnte den Zerstörer "Forester", die Fregatte "Stayner" und MTB 480" und "MTB 484" ausmanövrieren. Am frühen Morgen des 24.07.1944 lief der Verband in Hook van Holland ein, die S-Boote machten im SBB Rotterdam fest.

In der Nacht zum 26.07.1944 musste der Chef der 2. SFltl mit fünf Booten gegen alliierte Zerstörer operierend aufgeben, da die Boote frühzeitig geortet wurden und sich die Sicht verschlechterte.

   Da keine Erfolge gegen die Landungsflotte zu erzielen waren, begann der F.d.S. wieder, den Konvoi-Verkehr südlich und östlich von England anzugreifen. 

Gleich in der Nacht vom 26./27.07.1944 gelang es der 6. SFltl (Kptlt. Matzen) mit "S 97", "S 114", "S 91", "S 90", "S 132, "S 39" "S 135" und "S 79" vor Dungeness an einen Kovoi heran zu kommen. Als dritte Gruppe unter seinem Befehl lief die 9. SFltl mit "S 175", "S 168" und "S 167" aus. Die erste Gruppe der 6. SFltl geriet in Gefechte mit Zerstörern und MTBs. "S 97" (Ob.Strm. Waldhausen) und "S 114" (Oblt.z.S. Hemmer) versenkten die Frachter "Fort Perrot" (7171 BRT) und "Empire Beatrice" ( 7046 BRT) mit zwei FAT. "S 90" und "S 91" schossen mehrere Torpedos auf Zerstörer, ohne Treffer zu erzielen. Die Gruppe konnte die Zerstörer "Obedient", "Opportune" und "Savagew" sowie die "MTB 436" und "MTB 432" abschütteln. JaBo-Angriffe blieben ohne Folgen. Es gab auch ein kurzes Gefecht mit eigenen Räumbooten. "S 90" erhielt einen Treffer in einem Brennstofftank. Es gab einen Schwer- und vier Leichtverletzte. Die 2. Gruppe der 6.SFltl geriet in Gefechte mit "MTB 229", MTB 240" und "MTB 354" aber kam nicht an den Konvoi heran. Außerdem musste sie Beaufighter-Angriffe über sich ergehen lassen. Die 3. Gruppe (9. SFltl) musste nach Gefechtsberührung mit der Konvoi-Sicherung abbrechen, die die Zeit zu weit fortgeschritten war, um noch anzugreifen. Alle Boote liefen frühmorgens in Dieppe ein.

  In der gleichen Nacht fuhr  die 2. SFltl in der Seinebucht einen Vorstoß gegen die Landungsverbände. Sie stieß dabei auf die Geleitsicherung  und nach einer Ramming mit "MTB 430" in einem Gefecht mit britischen MTBs und einer britischen Fregatte musste "S 182" gesprengt werden. Es fielen: Der Kommandant, Kptlt Kurt Pinger, StObMasch. Wilhelm Nehren (L.M.), MaschObMt. Heinrich Meyer, MaschObMt. Putz, MaschObGefr. Bockanekt, MaschObGefr. Kurt Mühlmann, MaschObGefr. Paul Kuppgisch. 17 Mann gerieten in Gefangenschaft. In das Wrack des "MTB 430" lief "MTB 412" hinein und musste ebenfalls aufgegeben werden. Acht Tage später trieb ein Schlauchboot mit einem Überlebenden an französischen Küste an. 

In der Nacht zum 29.07.1944 verhinderte dichter Nebel alle Einsätze. An 29.07.1944 verlegte die 9. SFltl wegen dringenden Instandsetzungsbedarfs nach Ostende und am 30.07. nach Rotterdam.

Am 29.07.1944 stieß die 2. S-Fltl mit fünf Booten auf feindliche Zerstörer und vier MGBs. Torpedos von "S 180" und "S 176" auf die Zerstörer gefeuert gingen fehl.  

In der Nacht vom 30./31.07.1944 ging die 6. SFltl mit drei Booten von Dieppe aus zum Stichansatz auf ein Geleit östlich von Eastbourne. "S 97" (Ob.Strm. Waldhausen), "S 114" (Kptlt. Hemmer) und "S 91" (Kptlt. Nolte) schossen sechs FAT und meldeten vier Treffer auf drei Frachtern mit je 3000 bis 4000 BRT. Sie versenkten den britischen Frachter "Samwake" (7219 BRT) und beschädigten die britischen Frachter "Fort Dearborn" (7160 BRT), "Fort Kaskaskia" (7187 BRT) und "Ocean Courier" (7178 BRT). Die FuMB-Geräte hatten die Flottille beim Umgehen der Sicherungsfahrzeuge unterstützt.

In der Nacht 31.07./01.08. 1944 griffen die Boote der 2. SFltl mit  "S 176", "S 180", "S 177", "S 181" und "S  174" und die 6. SFltl mit "S 132", "S 39" und "S 79" britische Zerstörer und MTBs an. Alle geschossenen Zaunkönige (Zaunkönig war der Deckname für einen Torpedo  mit akustisch gesteuerter Eigenlenkung. Die offizielle Typbezeichnung lautete T-5 oder  G7es) waren Frühdetonierer. Im Gefecht mit britischen MTBs erhielt "S 132" einen Treffer in die Stb-Maschine, die daher ausfiel, und es gab drei Verwundete.  

  In der gleichen Nacht flogen 52 Lancaster-Bomber und 5 Mosquitos einen Bombenangriff gegen die S-Boote in Le Havre, dabei wurden drei außerhalb des Bunkers liegende Boote beschädigt, "S 132" fiel für 14 Tage aus. Es fiel ein Mann. 

Am 01.08.1944 waren von den vier im Westen operierenden S-Bootflottillen noch 22 Boote vorhanden, von denen 10 kriegsbereit waren. 

In der Nacht 01./02.08.1944 verlegte die 1. Gruppe der 6. SFltl von Dieppe nach Le Havre. Der geplante koordinierte Angriff von Kleinkampfmitteln und S-Booten für den nächsten Tag wurde durch einen Bombenangriff durch 54 Lancaster-Bomber behindert. "S 39" (Lt.z.S. Brandi) und "S 114" ( Kptlt. Hemmer) wurden im Hafen versenkt,  "S 91" und "S 97" wurden beschädigt.    

Der Einsatz der Kleinkampfmittel in der Nacht  02./03.08.1944 fand dennoch statt. Die 2. SFltl mit "S 176", "S 180", "S 174" und "S 181" fuhr einen Ablenkungseinsatz, dabei kam es zu drei Feindberührungen mit MGB und einer größeren Einheit. Ein MGB wurde in Brand geschossen . "S 180" erhielt nach Ausfall der beiden Außenmotoren Treffer und "S 176" und "S 174" kollidierten bei Ausweichbewegungen. Bei "S 176" wurde das Vorschiff über der Wasserlinie eingedrückt. Auf "S 181" hatte eine Granate die Panzerkalotte durchschlagen. Die Boote konnten aber alle den Hafen erreichen. Es wurde drei Leicht- und vier Schwerverletzte, (darunter der Kmdt. "S 180" (Oblt.z.S. von Stempel), wurden an Land gegeben.

In der gleichen Nacht liefen die Boote "S 195" (Lt.z.S. Kehder), "S 196" (Oblt.z.S. Rathenow) und "S 197" (Lt.z.S. Fanger) in Ijmuiden als Verstärkung der 8. SFltl ein.

In den Nächten 04./05.08. und 05./06.08.1944 erfolgten durch die 2. und 6. SFltl mit sechs Booten "Dackel"-Einsätze. Dackel war der Deckname einer Langstreckenversion des  Torpedos G7e. Es wurden 24 Dackel geschossen. Es konnte nur eine Detonation festgestellt werden, alle anderen Schüsse gingen fehl.  

Die Boote "S 112" und "S 145"  waren in Brest zurückgeblieben. Am Nachmittag des 05.08. griffen 15 Lancaster und zwei Mosquitos den Hafen an. "S 145" wurde im Bunker beschädigt und lag meherere Tage halb unter Wasser im Bunker ehe es ins Dock gebracht werden konnte. Das Stb-Torpedorohr war zerstört, das Bb-Rohr defekt, die Motoren hatten 11 Stundnen unter Wasser gestanden, mehrere Spanten waren gebrochen. Es wurde am 15.09.1944 gesprengt, da es fahrunklar war.

In der Nacht 05./06.08.1944 gingen die 2. SFltl mit "S 180", "S 181" und "S 174" und die 6. SFltl mit "S 97", "S 79" und "S 176" in See um mit Dackeln Schiffsziele anzugreifen. Es wurden 12 DAckel verschossen, ohne dass Erfolge eintraten. Während die 2. SFltl nach zwei Gefechtsberührungen mit MGB verlustlos in Le Havre einlief, hatte die 6. SFltl ein Gefecht mit "MTB 475", "MTB 476" und "MTB 474". Hierbei erhielt "S 97" einen Torpedotreffer im Vorschiff. Der Torpedo detonierte nicht, so dass alle Boote in den SBB zurückkehrten. 

Am 07.08.1944 traf die 10 SFltl (Kptlt. Karl Müller) mit "S 183" (Oblt.z.S. Klaus-Ulrich Hardtke) , "S 184" (Lt.z.S. (KRO) Bruno Klockow), "S 185" (Oblt.z.S. Werner-Karl Schmidt, , "S 191" (StObStrm. Hermann Adam) und "S 192" (Oblt.z.S.d.Res. Schlubach) als Verstärkung ein.

 Am Abend des 09.08.1944 ging die 2. SFltl mit zwei Booten in See. Sie wurde in ein Gefecht mit Zerstörern  verwickelt. Nach Fehlschüssen wurden sie von JaBos angegriffen. Auf "S 174" und "S 181" gab es vier Schwer-  und drei Leichtverletzte. Beide Boote mussten wegen der erlittenen Schäden aKB gestellt werden. Auch "S 177", "S 180" sowie "S 79" verschossen "Dackel" ohne Erfolge.

In der Nacht zum 10.08.1944 trafen für die 8. SFltl drei Boote ein, "S 198" (Kptlt. Walter Knapp), "S 199" (Oblt.z.S. Joachim Quistorp) und "S 701" (Oblt.z.S. Ulrich Toermer).

In der Nacht 11./12.08.1944 verlegten die 8. und 10. SFltl von Ijmuiden nach Ostende. Wegen schlechter Sicht mussten die Einsätze der anderen Flottillen abgebrochen werden.  Die 8. SFltl konnte aber wegen schlelchter Sicht nicht nach Boulogne weiterfahren wie beabsichtigt.

Wegen schlechter Sicht musste der gemeinsame Einsatz der 2., 6. und 8. SFltl in der Nacht 12./13.08.1944 abgebrochen werden. Die 10. SFltl mit "S 191", "S 184", "S 183", "S 185", "S 186" und "S 192" fuhr einen Mineneinsatz vor Orfordness. In einem Gefecht mit dem Zerstörer "Walpole" und MGBs  mussten "S 191", "S 184" und "S 183" mehrere Treffer einstecken und es gab einen Gefallenen, MatrObGefr. Anton Brüggemann,  auf "S 191" und einen Schwerverwundeten auf "S 184".

Vom 04.08. bis 15.08.1944 hatten die Flottillen 84 "Dackel" mit vergleichsweise geringen Erfolgen verschossen. Getroffen wurden am 09.08. der alte britische Kreuzer "Frobisher" (9860 ts), am 10.08. das Minensuchboot "Vestal" (850 ts) und der Frachter Iddesleigh (5205 BRT) sowie am 11.08. das Werksktattschiff "Albatros" (4800 ts).

Am 15.08.1944 wurde die 8. SFltl nach Boulogne verlegt, "S 196" hatte einen Ruderschaden und wurde unter Begleitung von "S 198" nach Calais entlassen. Kurz vor dem Einlaufen erfolgte ein Bombenangriff. "S 701" musste zur Reparatur ins Dock. In der gleichen Nacht warf die 10. SFltl mit sechs Booten nördlich von Margate 20 UMB-Minen. "S 192" hatte UK-Versagen und konnte seine Minen nicht legen. "S 196" hatte auf dem Rückweg Ruderversager, auf "S 185" fiel die Mittelmaschine aus. Mehreren Angriffen aus der Luft entkamen die Boote unversehrt und kehrten am frühen Morgen nach Ostende zurück. 

Inzwischen waren die Alliierten am 15.08.1944 auch in Südfrankreich gelandet. Die Landfront kam immer näher. Zu diesem Zeitpunkt verfügten die Westflottillen 2., 6., 8., 9. und 10. SFltl über insgesamt 33 Boote, von denen aber nur 18 voll verwendungsfähig waren, vier weitere waren fahrklar aber nicht voll einsetzbar. Die 9. SFltl musste die in Brest zur Reparatur liegenden Boote "S 112" und "S 145" abschreiben. Die anderen vier Boote der Flottille lagen zur Instandsetzung und Motorenüberholung in Rotterdam in der Werft.

In der Nacht vom 17. auf den 18.08.1944 fuhren "S 97" und "S 79" von der 6. SFltl einen weiteren "Dackel"-Einsatz. Sie schossen sieben "Dackel", ohne Erfolge melden zu können und liefen wieder in Le Havre ein. Die 10. SFltl war mit "S 184", "S 191", "S 192" und "S 186" zu einer Mineaktion von Ostende ausgelaufen. Auf dem Anmarsch wurden sie aus der Luft angegriffen. Es traten keine Schäden auf. "S 191" hatte einen Maschinenschaden und wurde gesichert durch "S 192" entlassen. Kurz nach Mitternacht traten auf "S 184" heftige Erschütterungen auf, die Stb.-Maschine konnte die Umdrehungen nicht mehr halten. Drei Minuten später wurden die Boote von Zerstörern und MGB beschossen. Auf "S 186" traf ein 40mm-Geschoss die vorderste Mine, ohne eine Explosion hervorzurufen. Da "S 184" als Führerboot nur noch 30 kn laufen konnte brach der Flottillenschef die Operation ab. Auf dem Rückweg erfolgten wieder Angriffe aus der Luft, aber alle Boote konnten ohne weitere Schäden mit ihren Minen wieder in Ostende festmachen.

In dieser Nacht war auch die 8. SFltl mit "S 196", "S 194", S 193", "S 196", "S 197", "S 198" und "S 701" auf einem Einsatz gegen ein gemeldetes Geleit vor Dover. Südöstlich Dungeness steißen die Boote auf den Zerstörer "Opportune", "MTB 433" und "MTB 432". Ein auf den Zerstörer geschossener Torpedo ging fehl. Eine Stunde später trafen sie auf den Zerstörer "Walpole", "MTB 359", "MTB 353" und "MTB 362". Wider gingen sowohl T-5 als auch G7a-Schüsse fehl. Ein Torpedo traf das Führungsschiff des Konvois "Fort Gloucester" (7122 BRT) ohne großen Schaden anzurichten. Im Gefecht mit den MTBs wurde das Führerboot so getroffen, dass die Briten den Kampf abbrachen. Beim Einlaufen nach Boulogne geriet "S 198" in eine Netzsperre und musste durch "S 195" abgeschleppt werden.

In der Nacht 19./20.08.1944 verlegten vier Boote der 10. SFltl von Borkum über Ostende nach Boulogne. Sie wurden aus der Luft angegriffen, auf "S 192" fiel der Seekadett Hans Zinsmeier, mehrere Besatzungsmitlgieder wurden verwundet. Wegen der Splitterschäden musste das Boot nach Ostene einlaufen und die Verwundeten ins Lazarett einliefern. Die drei anderen Boote wurden vor Kap Blanc Nez aus der Luft angegeriffen. Auf "S 185" fiel der stellvertretende  Kommandant, StbsObStrm. Adam, und MaschGefr. Albert Vix, es gab fünf Verwundete.

  In der Nacht 20./21.08.1944 sollten die 8. und 10. SFltl mit insgesamt acht Booten ein Ostgeleit angreifen. Sie wurden gleich aus der Luft angegriffen. Auf "S 197" gab es zwei Verwundete. "S 199" hatte Maschinenausfall. Beide Boote wurden nach Boulogne entlassen. Bei einem weiteren Luftangriff verloren die Boote den Kontakt zueinander. Das Sammeln nahm so viel Zeit in Anspruch, dass der Flottillenchef den Einsatz abbrach. Alle Boote konnten aber mit leichten Schäden in die Häfen Dieppe und Boulogne zurückkehren.

Die 2. SFltl sollte in der gleichen Nacht mit "S 176", "S 180",  "S 177", "S 174" und "S 181" ein Ostgeleit südlich Hastings angreifen.  Sie gerieten nördlich Cap d’Antifer in Gefechte mit den britischen Zerstörern "Melbreak", "Watchman" und "Forester" ohne Schäden zu nehmen. Auf dem Rückmarsch wurden sie aus der Luft angegriffen, die Boote konnten aber ohne Schäden wieder in Le Havre einlaufen.  

Am 22.08.1944 verhinderte Nebel jeden S-Booteinsatz im Kanal. Am 24.08.1944 befahl die Marinegruppe West erneut "Dackel"-Angriffe von Le Havre aus aber alle überzähligen Torpdos aus Le Havre abzutransportieren. Der F.d.S. hielt einen Vorrat von 30 G7a (T-1) und acht Zaunkönige (T-5) für aussreichend.

Am Abend des 24.08.1944 stieß die 2. SFltl mit fünf Booten beim Versuch , auf eine Konvoi zu operieren, auf die Fregatte "Seymour" und die amerikanischen Schnellboote "PT 520", "PT 511" und "PT 51^4". Im sich entwickelnden Gefecht fiel auf "S 174" eine Maschine aus; das Boote wurde von "S 177" nach Dieppe geleitet. Die anderen drei Boote gingen nach Le Havre zurück. Die 6. SFltl war mit "S 97" und "S 79" in See und geleitete die beiden aKB-Boote "S  132" und "S 91" von Le Havre nach Dieppe. Der Verband wurde von  der Fregatte "Retalick"  und dem Geleitzerstörer "Talybont" erfasst und unter Feuer genommen. "S 91" (Kptlt. Nolte) erhielt drei schwere und drei mittlere Treffer. Zwei Maschinen und das Ruder fielen aus. Das Boot fuhr brennend im Kreis. Die Flottille lief im Nebel ab und kehrte nach kurzer Zeit zurück. Die Besatzung von "S 91" war bereits in die Boote gegangen, MaschObMt. Gerhard Weipert und MaschObGefr. Polter waren gefallen, der Kommandant und ein Seemann waren schwer, fünf weitere Soldaten leicht verwundet worden. Das Boot wurde gesprengt, die übrigen Boote erreichten kurz nach 03.00 Uhr Dieppe.

Die 6. SFltl war am 25.08.1944 beim Versuch einen Konvoi westlich von Beachy Head anzugreifen in einem nächtlichen Gefecht mit dem britischen Geleitzerstörer "Bleasdale" unter heftiges Feuer geraten. "S 701" musste Treffer nehmen und geriet in Brand. "S 196" kollidierte mit dem brennenden "S 701". Beide Boote konnten nach Dieppe einlaufen. Die beiden anderen Boote, "S 195" und "S 197", stießen weiter vor, fanden aber keinen Konvoi. Sie gerieten in ein Gefecht mit den SGBs "Grey Goose" und "Grey Wolf", kehrten aber unbeschädigt nach Dieppe zurück. 

In der Nacht zum 26.08.1944 mussten die 2. und die 8. SFltl wegen schlechter Sicht ihre Versuche, an den Feind zu kommen, abbrechen. Die 6. SFltl verlegte mit "S 97", "S 132" und "S 198" von Dieppe nach Boulogne und wurde dabei mehrfach aus der Luft angegriffen, ohne aber Schäden zu nehmen. Die 10. SFltl mit "S 183", "S 192", "S 191", "S 186", "S 199", "S 184" und "S 198" wurde ebenfalls mehrfach aus der Luft angegriffen. Auf "S 191" wurde ein Mann leicht verwundet. "S 192" und "S 184" erlitten Splitterschäden, "S 198" wurde die Bb-Seite durch Splitterschäden stark beschädigt, ObFhnr.z.S. Friedrich Baatz, BootsMt. Otto Fuhl und StrmObGefr. Friedich Hönisch fielen, drei Mann wurden verwundet. Die Rotte "S 174" und "S 177" hatte in der Nacht mit der 8. SFltl zusammengearbeitet. Sie konnte wegen starker Sicherung nicht nach Le Havre zurück laufen und geriet bei Cap d’Antifer in ein Gefecht der 8. Artillerieträger-Flottille mit dem französischen Geleitzerstörer "La Combatante" mit "MTB 253", "MTB 257" und "MTB 254", und der britischen Fregatte "Thornborough" mit "MTB 450", "MTB 481" und "MTB 482"  sowie der britischen Fregatte "Seymour" mit den amerikanischen "PT 519", "PT 513" und "PT 516". "S 177" schoss zwei Torpedos auf einen Zerstörer und fischte 80 Überlebende von den Artillerieträgern "AF 110", "AF 97", "AF 195" und "AF 111" aus dem Wasser. "S 174" schleppte den manövrierunfähigen "AF 109" mit 40 Überlebenden nach Fécamp.    

In der Nacht 29./30.08.1944 verließen die letzten Fahrzeuge der Kriegsmarine, neun Räumboote, sechs Artillerieträger, ein Marinefischlogger, ein Kriegsfischkutter, ein U-Bootjäger und ein Schlepper, Le Havre und verlegten unter Geleit der 8. SFltl nach Fécamp. Als der Verband von der Fregatte "Retalick" und dem Geleitzerstöörer "Cattistock" angegriffen wurde, erzielte "S 196" unter KKpt Zymalkowski Treffer auf der Brücke des Geleitzerstörers „Cattistock“, die den Artilleriegefechtsstand außer Gefecht setzten und den Kommandanten töteten.  

Die 1. Gruppe 2. SFltl, die als letzter Verband Le Havre verließ, verminte die Hafeneinfahrt und zog sich nach Boulogne zurück. Die zweite Gruppe mit "S 176", "S 180" und "S 181" verlegte erschwert durch Zerstörer-, MGB- und Luftangriffe verlegte von Dieppe nach Boulogne. Auf "S 180" wurde ein Mann bei einem Luftangriff verletzt, bei der 8. SFltl wurde "S 195" beschädigt.

Die beiden in Brest verbliebenen Boote "S 145" und "S 112" versuchten vergeblich die Kanalinseln zu erreichen. Bei "S 145" wurde durch Materialschäden der Bb-Motor zerstört. Die Boote wurden dem Seekommandanten Bretagne unterstellt. Die sechs im Westen eingestzten Flottillen umfassten noch 34 Boote, davon waren sieben nicht einsatzbereit (aKB).

In der Nacht 04./05.09.1944 wurde Boulogne aufgegeben. Diesmal war die 10. SFltl mit "S 191", "S 184", "S 183", "S 185", "S 192 und "S 186" der letzte Verband, der den Hafen verlies, nachdem sie die Einfahrt vermint hatten. Auf dem Rückzug kamen die Boote südöstlich von Dover unter Feuer durch die britische Küstenartillerie. "S 184" schor schwer beschädigt aus dem Verband aus. "S 191", "S 186" und "S 192" liefen weiter bis Hook van Holland und Rotterdam und weiter durch die Kanäle nach Amsterdam. Dort festgemacht erfuhr das Führerboot, dass "S 183" mit der Besatzung "S 184" an Bord in Ostende eingelaufen war. "S 184" hatte einen schweren Treffer hinnehmen müssen und war nicht mehr zu halten gewesen. Das Boot war daher selbst versenkt worden. Es fiel: StrmMt. Karl Helsing.   

In der gleichen Nacht verlegte die 8. SFltl von Ostende nach Ijmuiden. Wegen des starken Seegangs lief die Flottille gegen Morgen in Hook van Holland ein.

  Am 06.09.1944 wurde nach Aufgabe aller Häfen in Nordfrankreich und in Belgien der F.d.S. dem  Marinekommando Nord unterstellt. Die 2. und die 6. SFltl verlegten zurück in die Heimat, die 2. SFltl ging zur Werftüberholung nach Wilhelmshaven, die 6. SFltl sollte ihre alten Boote an die Schnellbootlehrdivision abgeben. Damit war die Zahl der verfügbaren Boote im Westen wieder stark geschrumpft. Die 8. SFltl lag mit fünf kriegsbereiten Booten in Ijmuiden, die 10. SFltl mit fünf Booten in  Amsterdam, die 9. SFltl mit drei Booten in Delfzijl. Die 4. SFltl erhielt den Befehl, drei Boote aus Wilhelmshaven und zwei Boote aus Flensburg in Wesermünde zusammen zu ziehen, wo schon ein Boot lag.

Die 8. SFltl legte mit vier Booten in den Nächten 08./09. und 09./10.09.1944 in der Westerschelde 24 Grund-Minen. In der folgenden Nacht wurden dort ebenfalls 24 Minen geworfen.

Ein am Abend des 12.09.1944 angesetzter Versuch der 10. SFltl mit fünf Booten einen Angriff auf einen Konvoi bei Cromer zu fahren scheiterte am schlechten Wetter. Ein Mineneinsatz der 8. SFltl von Rotterdam aus endete damit, dass die Minen unscharf geworfen wurden, da sie wegen des schweren Wetters aus den Schienen sprangen und die Boote gefährdeten. Beide Flottillen wurden auf dem Rückweg in den Einsatzhafen mit Bomben belegt, ohne dass Schäden zu verzeichnen waren.  

Bis zum 16.09.1944 herrschte schlechtes Wetter, so dass weitere Einsätze nicht möglich waren.  In der Nacht 16./17.09. sollten drei Gruppen zu je drei Booten unter Führung des Chefs 9. SFltl (KKpt v. Mirbach) auf einen Konvoi vor Cromer operieren. Die 3. Gruppe ("S 185", "S 191" und "S 186") kehrte wegen eines Ruderschadens auf "S 185" um, die 1. Gruppe ("S 175", "S 168" und "S 192") warf Minen auf dem Geleitweg, die 2. Gruppe ("S 200", "S 701" und "S 183") warf Minen vor Haisborough. Da beide Gruppen von Zerstörern beschossen wurden und sie den Geleitzug nicht sichteten, kehrten sie um.

Befehlsübermittler Fahrmaat Rudergänger und Funker
Fotos: PK-Aufnahmen

 

Für die Nacht 16./17.09.1944 war der 9. SFltl unter Führung von "S 198" (KptLt Knapp) durch den F.d.S. die Versorgung Dünkirchen durch vier Boote befohlen worden. Wegen der schlechten Transportlage der zu verbringenden Güter wurde diese Unternehmung um 24 Stunden verschoben. Um 16.17 Uhr erfolgte die Nachricht von der Luftlandung alliierter Truppen in Arnheim. Alle Transporte von und nach der Heimat wurden gestoppt. Da die oberste Wehrmachtsführung glaubte, damit sei die Rückeroberung Hollands eingeleitet worden, wurde am 18.09.1944 die Zerstörung der Hafenanlagen von Amsterdam und Rotterdam befohlen. Der F.d.S. meldete dem Admiral Niederlande, dass damit der S-Boot-Einsatz von Holland aus beendet sei. 

Am Abend  des 18.09.1944 liefe die erste Gruppe der 10. SFltl mit "S 186" und "S 185" von Hook van Holland bzw. Vlissingen aus, von Vlissingen aus lief die 2. Gruppe mit "S 198" und " 199" aus, jedes Boot mit 8 t Munition und Nachschubgütern beladen. Die Boote "S 186" und "S 185" sowie "S 198" und "S 199" konnten den sie jagenden Zerstörern entkommen und liefen in der Nacht zum 19.09.1944 in Dünkirchen ein. Nach Entladung liefen sie in der gleichen Nacht wieder aus. "S 198" und "S 199" hatten den Kommandeur der 22. Infanterie-Division und einige Offiziere seines Stabes sowie vier Schwerverwundete an Bord. Sie erreichten am Morgen den Bunker von Hook van Holland. Auch die anderen beiden Boote erreichten ohne Schäden ihren Einsatzhafen.  

Um von diesen vier Booten abzulenken, war der Chef 10. SFltl (Kaptlt. Karl Müller) mit drei Booten in See gegangen. Wie aus einer B-Dienstmeldung hervorging, wurden alle drei Boote von der britischen Fregatte „Stayner“ mit den "MTB 724" und "MTB 728" gestellt, "S 183" (Oblt.z.S. Klaus-Ulrich Hardtke) wurde in Brand geschossen und sank, es fielen: Fhnr. (Ing.) Triebs, ObMasch. Petzold (L.M.), SKad. Sommerfeld, ObMaschMt. Merker, Gefr. (T) Werner Decker. "S 200" (Lt.z.S.d.Res. Alfred Kellinghusen) und "S 702" (Oblt.z.S. Hilmar Blum) kollidierten im Ablaufen und wurden selbstversenkt. Es fielen von "S 200": Der Kommandant, Lt.z.S. d.Res. Alfred Kellinghusen und vier weitere Soldaten, von "S 702" MaschMt. Ernst Zimolong, MatrObGEfr. von Hammerstein, MechObGefr. (T) Hans Dennewitz, MaschObGefr.Herbert Ludwig und ein PK-Sonderführer. Der Chef 10. SFltl (Kptlt. Müller, K.), zwei Kommandanten und 45 Mann wurden gefangen genommen. Neuer Flottillenchef wurde Kptlt. Bludau.  

In der Nacht zum 20.09.1944 verlegte der Stab des F.d.S. von Scheveningen nach Den Helder.

Villa Sandhage in Hoge Weg 18, Scheveningen, Sitz des FdS  1942 bis 1944 - Foto: M. S. Laarman

Villa Sandhage, Sitz des FdS, links davon die Offiziermesse 1942 bis 1944 - Foto: M. S. Laarman

Rest der Telefonbedienanleitung gefunden in Villa Sandhage bei Renovierung 1999 - Foto: M. S. Laarman

 

Anfang Oktober 1944 hatte die Stärke und Einsatzbereitschaft der Schnellboote in Holland den absoluten Tiefstand erreicht. Die 4. SFltl in Ijmuiden verfügte über die kriegsbereiten Boote "S 202", "S 201" und "S 219", die 10. SFltl über "S 185" und "S 186" in Ijmuiden und "S 191" und "S 192" in Rotterdam, die 8. SFltl in Rotterdem verfügte über "S 198" und "S 199", insgesamt also neun Boote.  

In der ersten Oktoberwoche traf die 9. SFltl (Kptlt. v. Mirbach) mit den Booten "S 130", "S 167", "S 168", "S 175", "S 206" und "S 207" in Rotterdam ein. Schlechtes Wetter hatte bis dahin das Auslaufen verhindert bzw. lies die Flottillen frühzeitig ihre Einsätze abbrechen. In der Nacht 07./08.10.1944 lief die 9. SFltl nach einem ersten Auslaufen wegen schlechter Sicht wieder ein. Als sie erneut auslief wurde sie von deutschen Vorpostenbooten unter Feuer genommen und musste Treffer hinnehmen.   

Schlechtes Wetter verhinderte weitere Einsätze. Erst am 10.10.1944 konnte ein erster Mineneinsatz aller drei Flottillen (4., 8. und 9. SFltl) mit 13 Booten vor der Insel Walcheren durchgeführt werden. Dort wurden 56 Minen geworfen. Verluste des Gegners auf diesen Sperren traten nicht ein.

Am 19.10.1944 erhielt die 4. SFltl den Befehl, über die Binnenstraßen in die Heimat zu verlegen. Ziel war die Neuausrüstung in Swinemünde und anschließende Verlegung nach Norwegen zusammen mit dem Begleitschiff „Hermann von Wissmann“. Die Verlegung der Flottille  mit "S 201", "S 202", "S 203", "S 204", "S 205", "S 219", "S 220" und "S 703" ließ die Zahl der verfügbaren S-Boote an der Westfront wieder drastisch zusammenschmelzen.

Wiederum verhinderte schlechtes Wetter bis zum 29.10.1944 weitere Einsätze. In der Nacht 29:/30.10.1944 mussten die 8. und die 10. SFltl einen Mineneinsatz wegen der mondhellen Nacht abbrechen.  Am 31.10.1944 lief die 9. SFltl mit fünf Booten aus Hoek van Holland mit Minen aus, die 8. SFltl mit vier Booten und die 10. SFltl mit drei Booten aus Ijmuiden. Sie sollten auf dem Themse-Schelde-Weg und nördlich Dünkirchen Minen werfen. Die 9. SFltl musste die Unternehmung wegen schlechter Sicht abbrechen. Die 8. SFltl warf 20 Minen und die 10. SFltl 15. Die 10. SFltl wurde von Geleit-Zerstörer "Stevenstone" beschossen und entkam unbeschädigt. Auf diesen Sperren sanken am 05.11.1944 das Panzerlandungsboot "LCT 457 (600 ts) und am 07.11.1944 das Panzerlandunsgschiff LST 420 (2750 ts).

Mit Anlaufen der britischen Operation „Infatuate“, der Landung auf der Insel Walcheren in der Scheldemündung und Ausschaltung der dort positionierten Küsten-Artillerie, am 01.11.1944 bekamen die Flottillen den Auftrag, gewaltsame Aufklärung mit Torpedoeinsatz gegen alle lohnenden Ziele durchzuführen. Die 8. SFltl verfügte über "S 194", "S 195", "S 197", "S 198" und "S 199", die 9. SFltl über "S 175", "S 167", "S 168 und "S 207" und die 10. SFltl über "S 185", "S 186" und "S 192" an einsatzbereiten Booten.  

Bei der 10. SFltl bekam ein Boot Maschinenschaden, so dass die Flottille schon bald wieder umkehren musste. Bei der 8. SFltl bekam "S 197" Ruderschaden und wurde unter Begleitung von "S 198" entlassen, so dass nur drei Boote blieben. Bei der 9. SFltl fiel "S 168" wegen Wassers in der Mittelmaschine aus. Nur die 9. SFltl kam zum Schuss. Beim ersten Angriff auf zahlreiche Schatten wurden keine Treffer erzielt. Beim zweiten Angriff wurde der Motortanker „Rio Bravo“ (1141 BRT) getroffen. Beim dritten Angriff mit den letzten drei Torpedos auf einen auf Nieuport-Reede ankernden Verband wurde der Navy-Trawler „Colsay“  versenkt. Auf dem Rückweg mussten die Boote vor dem Einlaufen in Hoek van Holland noch ein kurzes Gefecht mit britischen MGB überstehen  

In der Nacht 02./03.11.1944 waren die drei Flottillen wieder im Einsatz. Die 10 SFltl wurde kurz nach dem Auslafen aus der Luft angegriffen und hatte dann fortwährend eine Luftfühlungshalter. In einem Gefecht mit britischen MGBs fiel auf "S 185" die 40-mm-Kanone wegen eines Rohrkrepierers aus. Torpedowürdige Ziele wurden nicht gesichtet und so liefen die Boote am frühen Morgen mit fast leeren Treibstofftanks wieder ein.  

Die 9. SFltl feuerte zwei Torpeosalven über den Raan-Sand, drei Torpeos liefen auf den Sand, eine Detonation war zu hören, bestätigte Ergebnisse konnten nicht gemeldet werden. Aber es wurde gemeldet, dass vor im Wielinger Fahrwasser vier große Einheiten ankerten darunter ein Schlachtschiff. Tatsächlich lagen dort das Schlachtschiff "Warspire" unddie Monitore "Erebus" und "Roberts".

Die 8. SFltl war mit 4 Booten in See. Ein Zerstörer wurde ergebnislos mit Torpedos beschossen. MGBs konnten abgeschüttelt werden. Kurz nach Mitternacht kam der Befehl, die großen Einheiten im Wielinger Fahrwasser zu bekämpfen. Sie fanden jedoch keine Ziele und schossen 12 Torpedos auf Schatten ohne jeden Erfolg.

Nachdem die 9. SFltl wieder mit Torpedos aufgeladen war, liefen die Boote wieder aus zu einem zweiten Ansatz. Es konnten jedoch wegen schlechter Sicht  keine Ziele im Wielinger Fahrwaser ausgemacht werden. Der Einsatz wurde daher abgebrochen.    

Durch Wetterverschlechterung fanden vom 04. bis 10.11.1944 keine Einsätze statt. 

Mit der Kapitulation des Heeres auf Walcheren am 07.11.1944 war der Weg zum Hafen von Antwerpen für die Alliierten frei geworden.

Am 11.11.1944 sollten die 9. und 10. SFltl im Wielinger Fahrwasser Minen werfen und die 10. SFltl bewaffnete Aufklärung vor Flandern ausführen. Wegen Wetterverschlechterung fielen diese Aktionen aus.

Erst am 15.11.1944 konnte die 8. SFltl unbehelligt Minen vor der Humbermündung werfen. "S 197" war wegen Maschinenschaden ausgefallen. "S 198" hatte eine Ruderhavarie zu verzeichnen, auf "S 194" mussten die Traglager der Bb-Maschine ausgewechselt werden. Auf "S 198" wurde durch Seeschlag der Deckel des Stb-Torpedorohres beschädigt. Auf der gelegten Sperre wurde das niederländische Motorschiff "Saparoea" (6668 BRT) beschädigt, es konnte aber den Hafen erreichen.

Die 9. SFltl hatte den Auftrag das Wielinger Fahrwasser zu verminen. Im Zielgebiet teilte sie sich auf in zwei Gruppen. Durch Gefechtsberührung mit MGBs wurde die Verminung verhindert. Die 2. Gruppe wurde durch die Fregatten "Ratalick" und "Thornbrough" unter FEuer genommen. Auf "S 168" entstand durch Treffer ein Brand im Vorschiff. Das Boot konnte aber in seinen Ausgangshafen zurückkehren.    

S-Boote mit Kurs Konvoi-Routen - Foto: PK-Aufnahme

Bis Ende des Monats November erfolgten wegen des schlechten Wetters keine weiteren Einsätze. Erst in der Nacht 29./30. 11.1944 liefen die drei Flottillen wieder aus. Die 8. SFltl sollte mit 5 Booten ein Ostgeleit auf dem Schelde-Weg mit Torpedos angreifen. Es wurden drei T-5A und sieben FAT auf eine Dampferkolonne gefeuert. Trotz beobachteter Detonationen konnten keine Erfolge beobachtet werden, da die Geleitsicherung die Boote unter Feuer nahm. Alle Boote kamen mit leichten Splitterschäden zurück.  

Die 9. SFltl legte nach Maschinenausfall auf "S 167" mit "S 130", "S 167", "S 175", "S 206" und "S 207" auftragsgemäß  ihre Minen. Auch die 10. SFltl hatte mit "S 192", "S 191" und "S 185" den Auftrag, Minen zu werfen, erfolgreich durchgeführt obwohl sie zweimal auf Fregatten stießen und unter Beschuss gerieten, wegen eines Motorenschadens auf "S 191" war aber kein Torpedoschuss abgegeben worden. 

In der folgenden Nacht sollten die 8. und die 10. SFltl zum Mineneinsatz, die 9. SFltl zum Torpedoeinsatz auslaufen. Die 8. SFltl kehrte vorzeutig anch Ijmuidne zurück, da sie in der mondhellen Nacht bei Sichtweite  unter 800 m keine Aussicht auf eine erfolgreiche Aktion sah, die 9. SFltl musste wegen Nebels umkehren, daraufhin erhielt die 10. Sfltl den Befehl im Hafen zu bleiben.

Im Dezember 1944 war die Wetterlage so ungünstig, dass die S-Boote die ganze erste Monatshälfte hindurch keine Einsätze fahren konnten. Am 12.12.1944 erhielten die 2. und 6. SFltl den Befehl von Wilhelmshaven nach Holland zu verlegen.

Am Nachmittag des 15.12.1944 kam es zu einem Bombenangriff durch 17 Lancaster-Bomber auf den Stützpunkt Ijmuiden. Zwei Talboy-Bomben durchschlugen die Bunkerdecke und "S 198" (Kptlt. Walter Knapp) wurde zerstört. Von seiner Besatzung fielen: ObStrm. Gerhard Lamm, ObMasch. Albert Ramke, ObMaschMt. Willi Granse, ObMaschMt. Reinhold Findeisen, ObMaschMt. Kunibert Gärtner, MaschObGefr. Günter Schmidt, MaschObGefr. Karl Renftle, FkObGefr. Sigismund-Adolf Felberg, MaschGefr. Gerhard Deckert und MatrGefr. Rudolf Nitsche. "S 195" wurde so stark beschädigt, dass es nach Emden geschleppt werden musste. Es fiel: MatrGefr. Heinz Fabricius. "S 702" und vier weitere Boote wurden so stark beschädigt, dass die ganze 8. SFltl aKB gemeldet wurde. Auf "S 701" fiel: MaschObGefr. Willi Wöstmann. Fünf Mann wurden verwundet. Die gesamte Versorgungsanlage des Stützpunktes fiel aus. "S 193" wurde durch Trümmer in der Bunkerbox eingeklemmt. Es fiel: MatrObGefr. Erwin Jänchen. 

Das Boot lag aKB im Bunker bis es durch einen weiteren Bombenangriff am 08.02.1945 zerstört wurde.

Talboy-Einschläge rund um den Haringshaven in Ijmuiden - Foto: Archiv Bunkermuseum Ijmuiden

    

"S 193" als Wrack im SBB Ijmuiden - Foto: Archiv Bunkermuseum Ijmuiden

"S 193"als Wrack im SBB Ijmuiden - Foto: Archiv Bunkermuseum Ijmuiden

Bis Ende des Monats November erfolgten wegen des schlechten Wetters keine weiteren Einsätze. Erst in der Nacht 29./30. 11.1944 liefen die drei Flottillen wieder aus. Die 8. SFltl sollte mit fünf Booten ein Ostgeleit mit Torpedos angreifen. Es wurden drei T-5A und sieben FAT auf eine Dampferkolonne gefeuert. Trotz beobachteter Detonationen konnten keine Erfolge beobachtet werden, da die Geleitsicherung die Boote unter Feuer nahm. Alle Boote kamen mit leichten Splitterschäden zurück.  

S-Boote mit Kurs Konvoi-Routen - Foto: PK-Aufnahme

Die 9. SFltl legte nach Maschinenausfall auf "S 167" mit vier Booten auftragsgemäß  ihre Minen. Auch die 10. SFltl hatte mit drei Booten den Auftrag Minen zu werfen, erfolgreich durchgeführt obwohl sie zweimal auf Fregatten stießen, wegen eines Motorenschadens auf "S 191" war aber kein Torpedoschuss abgegeben worden. 

Im Dezember 1944 war die Wetterlage so ungünstig, dass die S-Boote die ganze erste Monatshälfte hindurch keine Einsätze fahren konnten. Am 12.12.1944 erhielten die 2. und 6. SFltl den Befehl von Wilhelmshaven nach Holland zu verlegen.

Am Nachmittag des 15.12.1944 kam es zu einem Bombenangriff durch 17 Lancaster-Bomber auf den Stützpunkt Ijmuiden. Zwei Talboy- Bomben durchschlugen die Bunkerdecke und "S 198" (Kptlt. Walter Knapp) wurde zerstört. Von seiner Besatzung fielen: ObStm Gerhard Lamm, ObMasch Albert Ramke, ObMaschMaat Willi Granse, ObMaschMaat Reinhold Findeisen, ObMaschMaat Kunibert Gärtner, Masch ObGefr Günter Schmidt, MaschgObGefr Karl Renftle, FkObGefr Sigismund-Adolf Felberg, MaschGefr Gerhard Deckert und MatrGefr Rudolf Nitsche. "S 195" wurde so stark beschädigt, dass es nach Emden geschleppt werden musste. Es fiel: MatrGefr Heinz Fabricius. "S 702" und vier weitere Boote wurden so stark beschädigt, dass die ganze 8. SFltl aKB gemeldet wurde. Auf "S 701" fiel: MaschObGefr Willi Wöstmann. Fünf Mann wurden verwundet. Die gesamte Versorgungsanlage des Stützpunktes fiel aus. "S 193" wurde durch Trümmer in der Bunkerbox eingeklemmt. Es fiel: MatrObgefr Erwin Jänchen. 

Das Boot lag aKB im Bunker bis es durch einen weiteren Bombenangriff am 08.02.1945 zerstört wurde.

Tallboy-Einschläge rund um Haringshaven Ijmuiden - Foto: Archiv Bunkermuseum Ijmuiden   

    

"S 193" als Wrack in den Trümmern des SBB Ijmuiden - Foto: Archiv Bunkermuseum Ijmuiden

"S 193" als Wrack in den Trümmern des SBB Ijmuiden - Foto: Archiv Bunkermuseum Ijmuiden

Am 17.12.1944 erging von der Skl die Weisung, die S-Bootswaffe im Raum Holland zu verstärken. Der F.d.S. befahl daher der 4. SFltl, von Südnorwegen zunächst in die Deutsche Bucht und dann nach Holland zu verlegen. Sie war erst am 16.10.1944 nach dorthin befohlen worden und am 09.11.1949 in Kristiansand eingetroffen. Am Abend des 10.11.1944 wurde der Marsch nach Egersund angetreten. Bei Mandal wurde bei schlechter Sicht "S 203" durch das Minenräumboot "R 222" gerammt und musste nach Übernahme der Besatzung und der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände durch "S 205", das bei der Übernahmeaktion selbst Schäden nahm, selbstversenkt werden.  "S 205" musste wegen des schlechter werdenden Wetters nach Kristiansand zurückkehren, wo es ins Dock kam. Am gleichen Tag erhielten die 2. und die 6. SFltl Befehl von Wilhelmshaven bzw. Helgoland nach Holland zu verlegen.

Die 2. SFltl (KKpt. Opdenhoff) und die 6. SFltl (KptLt. Matzen)  liefen am 19.12.1944 in Den Helder bzw. Rotterdam ein. Die 6. SFltl aufgeteilt in zwei Gruppen (1. Gruppe mit "S 211", "S222" und "S 705", 2. Gruppe mit  "S 211", "S 704" und "S 233") und angehängt die 9. SFltl mit "S 130", "S 167", "S 185", "S 192", "S 168", "S 175" und "S 207" liefen in der Nacht zum 20.12.1944 mit Minen aus. Die vor Hoek van Holland lauernden britischen Bewacher nahmen die Boote beim Auslaufen sofort unter Feuer, wobei auf "S 211" eine Mine zerschossen wurde und auf "S 222" eine Mine aus ihrem Stuhl fiel und die anderen Minen blockierte. Die Bewacher konnten abgeschüttelt und die Minen auftragsgemäß auf dem Geleitzugweg Themse - Schelde geworfen werden. Eine Rotte der 10. SFltl, die mit der 9. SFltl operierte wurde von einer britischen Patrouille  mit dem Zerstörer "Walpole", den Fregatten "Torrington" und "Curzon" und der Sloop "Kittiwake"gestellt und unter Feuer genommen. "S 185" und "S 192" wurden versenkt. Während von "S 192" keiner überlebte, fielen von "S 185":  Der Kommandant, Oblt.z.S. Klaus-Degenhard Schmidt, MarObAssArzt d.Res. Dr. Friedrich Klefehn (Flottillenarzt), ObStrm. Hans Wibbeling, MaschObMt. Werner Missbach, MaschObMt. Willi Schlotzhauer, BtsmMt. Herbert Nikolai, MatrObGefr. Johann Rohmann und MaschObGefr. Heinrich Kroner. 22 Mann gerieten in Gefangenschaft. Am 24.12.1944 sank auf einer der beiden Sperren der britische Frachtdampfer „Empire Path“ mit 6.140 BRT. Eine Verlustliste von "S 192" liegt der WASt in Berlin nicht vor. 

Am 23.121944 suchte ein deutscher Aufklärer vergeblich nach den Booten. Die Boote blieben wegen Nebels im Hafen.

Am 24.12.1944 gegen Abend klarte es auf und die S-Boote fuhren einen Großeinsatz; die 2. SFltl mit fünf 5 Booten, die 6. S-Fltl mit sechs Booten und die 9. SFltl mit sechs Booten legten Minen vor der Scheldemündung, während die 8. SFltl mit sechs Booten von Ijmuiden zu einem Torpedoeinsatz nördlich von Ostende auslief ohne lohnende Ziele anzutreffen. Ein Beschuss durch die britische Sloop "Shearwater" (L39) blieb ohne Schäden auf den Booten.   

Am 25.12.1944 blieben die Boote in ihren Stützpunkten. Am 26.12.1944 traf die 5. SFltl aus der Ostsee in Kiel ein, um dann durch den K.W.-Kanal nach Wilhelmshaven zu verlegen, um dort Restarbeiten für die Frontbereitschaft erledigen zu lassen. Dabei hatte "S 132" Wrackberührung und musste Cuxhaven anlaufen.  

Am 29.12.1944 flogen 16 Lancaster-Bomber den S-Bootsbunker in Rotterdam mit überschweren Bomben an.  "S 207" und "S 167" wurden leicht beschädigt. Es gab zwei Schwerverwundete und einen Leichtverletzten.  

Zum Jahreswechsel 1944/45 waren die Flottillen im Westen wie folgt aufgestellt:  

2. SFltl S 174, S 177, S 180, S 181, S 209, S 210, S 221; S 176 in der Werft in Wilhelmshaven
4. SFltl S 202, S 204, S 205, S 703; S 219 aKB in Rotterdam, S 201 aKB in Norwegen; S 220 aKB in Wilhelmshaven
6. SFltl S 211, S 212, S 222, S 223, S 704, S 705; S 706 aKB in Wilhelmshaven
8. SFltl S 194, S 196, S 197, S 701; S 198 eingeschlossen im Bunker Ijmuiden; S 195 aKB in Emden
9. SFltl S 130, S 168, S 175, S 206; S 167 und S 207 aKB in Rotterdam; S 112 aKB in St. Peter Port
5. SFlt S 48, S 67, S 85, S 92, S 98, S 110; S 127 mit Restarbeiten in Wilhelmshaven; S 132 aKB in Wilhelmshaven
10 SFltl S 191; S 186 aKB in Wilhelmshaven; S 215 und S 224 in EKK-Erprobung

Die Bilanz des Jahres 1944 war verheerend: Es waren 19 Handelsschiffe mit 67.111 BRT, ein alter Kreuzer,  eine Fregatte, vier Navy Trawler, drei Navy Schlepper, ein MGB, ein M-Boot, neun Landungsfahrzeuge und ein Phoenix-Senkkasten versenkt worden, zwei Zerstörer wurden torpediert und kamen nicht wieder in Fahrt.

 Die eigenen Verluste betrugen:  174 Gefallene, 38 Schwer- und 69 Leichtverletzte, 53 Gefangene, ein Vermisster. 

Es gingen 43 Boote verloren: "S 139" und "S 140" durch Minentreffer; "S 91", "S 136", "S 147," "S 183", "S 184", "S 185", "S 190", "S 192" und "S 200" durch/nach Artillerietreffer; "S 39", "S 84", "S 87", "S 93", "S 100", "S 114", "S 129", "S 137", "S 138", "S 142", "S 143", "S 144", "S 146", "S 150", "S 169", "S 171", "S 172", "S 173", "S 178", "S 179", "S 187", "S 188", "S 189" , "S 193" und "S 198" durch Bombentreffer/Bordwaffentreffer; "S 94", "S 128", "S 182", "S 193", "S 203" und "S 702" durch Kollision. "S 14" sank vermutlich 1944 im Kanal als Schnellschlepper. 

Unter Berücksichtigung der auf anderen Kriegsschauplätzen verloren gegangenen Boote der S-Bootwaffe betrug bei 61 im Jahre 1944 in Dienst gestellten Booten die Verminderung der Stückzahl zwei Boote.