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| Kriegsmarine - Kanal 1944 | ||||||||||||||||||
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S-Boote in der Kriegsmarine 1935 - 1945 Die Kriegschauplätze der S-Boote
Englischer Kanal 1945 Der Jahresanfang 1945 war bestimmt durch schlechtes Wetter, so dass die Boote nicht ausliefen oder beim Versuch einen Einsatz durchzuführen umkehrten. Die
5. SFltl war am 10.01.1945 mit 6 Booten in Den Helder eingelaufen. In
der Nacht 15./16.01.1945 wurde ein Torpedoeinsatz mit unterschiedlichen
Angriffspunkten vor der Themsemündung und vor Zeebrügge durchgeführt.
Der 8. SFltl gelang es, das Panzer-Landungsschiff LST 415 vor der Themsemündung
zu torpedieren. Die Boote kehrten unbeschädigt zurück.
Schlechtes Wetter bis zum 20.01.1945 verhinderte jeden Einsatz der Boote. Erst in der Nacht 21./22.01.1945 gingen die 4., 6., 8. und 9. SFltl von Ijmuiden bzw. Hoek van Holland aus mit insgesamt 16 Booten in See, um gegen Geleite in der Scheldemündung und im Kanal zu operieren. Da keine Aufklärungsergebnisse vorlagen, gelang nur der 9. SFltl ein Angriff auf einen Nachzügler eines Konvois. Der Frachtdampfer „Halo“ (2.365 BRT) wurde mit einem Fächerschuss versenkt. Die anderen Flottillen wurden durch Geleitfahrzeuge abgedrängt, dabei erhielt S 168 (Oblt.z.S. Dau) einen 7,6 cm Treffer auf der Brücke, ein 5,7 cm Treffer zerstörte das Bb-Torpedorohr. ein Mann fiel, sechs wurden verwundet. S 175 wurde leicht beschädigt. Auf S 219 fiel eine Hilfsmaschine aus, auf S 202 traten so starke Erschütterungen auf, dass das Boot Schaden nahm. Beide Boote mussten aKB gestellt werden. Die 8. SFltl geriet ohne den Konvoi gesichtet zu haben in Gefechte mit einer brit. Fregatte, einer brit. Sloop und drei MGB-Gruppen zu je drei Booten. Dabei kollidierten S 701 und S 199 mit MGBs. MGB 495 wurde stark beschädigt. S 199 (Oblt. z.S. Quistorp) war so stark beschädigt, dass es selbst versenkt wurde. Die Überlebenden der Besatzung gingen bei Fort Tongue Sand an Land, es gab einen Toten und drei Verwundete.
Beim Einlaufen in Ijmuiden lief S S 194 auf Grund, kam aber
wieder frei. S 701 wurde durch eigene Vorpostenboote unter Feuer genommen
und nahm so starke Schäden, dass es bis Kriegsende nicht wieder
einsatzbereit wurde. Es hatte einen Toten und drei Verletzte gegeben. In
der Nacht 23./24.01.1945 liefen die 4., 6. und 9. SFltl mit acht Booten
zum Torpedoeinsatz gegen den Themse-Schelde-Verkehr aus. Sie mussten wegen
schlechten Wetters umkehren. Die 5. SFltl lief mit sechs Booten zum
Mineneinsatz aus. Wegen Maschinenschäden auf zwei Booten und weil ein
Boot bei schlechter Sicht den Anschluss verlor, warfen nur drei Boote ihre
Minen auf dem Weg. Die Flottille wurde nach dem Minenwerfen aus der Luft
mit Bomben und mit Bordwaffen angegriffen. Das Führerboot S 98 nahm dabei
Splitterschäden auf der Brücke und an der Bordwand. In
der Nacht vom 24./25.01.1945 wurden wiederum Mineneinsätze gegen die
Konvoi-Route bei Orfordness gefahren. Alle Boote kehrten unbeschädigt in
die Einsatzhäfen zurück. Da
die Eislage in Rotterdam sich verschlechterte, der Hafen hatte eine
geschlossene Eisdecke, auf der Maas herrschte Eisgang, verlegten die 4.
SFltl mit S 205 und S 703, die 6. SFltl mit S 211, S 222, S 223
und S 704 und 9. SFltl mit S 130 am 26.01.1945 nach Ijmuiden. Am
29.01.1945 liefen die 2. und 5. SFltl mit 11 Booten zur Verseuchung des
Weges zwischen Cromer und Humbermündung aus. Das schlechte Wetter machte
den Booten schwer zu schaffen, teilweise sprangen die Minen aus den
Schienen. Alle Boote kehrten mit schweren Seeschäden zurück und mussten
aKB gemeldet werden. Auch
am 31.01.1945 ließ das Wetter keinen Einsatz der Boote zu. Am 03.02.1945
erfolgte ein Angriff von 17 Lancaster-Bombern auf Ijmuiden. In
der Nacht 05./06.02.1945 liefen die 2. und 5. SFltl zu einem Mineneinsatz
aus. Wegen schlechter Sicht musste umgekehrt werden. Auf dem Rückweg
wurden die Boote mit Bomben angegriffen, ohne Schäden zu nehmen. Am
08.02.1945 erfolgte ein weiterer Bombenangriff auf den Hafen von Ijmuiden
mit 15 Lancaster-Bombern. Am
12.02.1945 wurde wieder ein Mineneinsatz befohlen, der aber wegen Nebels
abgebrochen wurde. Das gleiche am 15.02.1945. In
der Nacht 17./18.02.1945
erfolgte der nächste Mineneinsatz in der Humbermündung. Auf diesen
Sperren sanken der französische Geleitzerstörer „La Combattante“ am
23.02. und am 25.02. der Trawler „Aquarius“. Die Frachter
„City of Lincoln“ (8o39 BRT) und „Cydonia“ (3517 BRT) am 19. bzw.
28.02. erhielten Minentreffer ohne zu sinken. In
der Nacht 20./21.02.1945 fuhren die Boote
der 2. SFltl einen Torpedoeinsatz gegen ein Südgeleit, mussten aber zurückkehren,
ohne den Konvoi gefunden zu haben. In
der Nacht 21./22.02.1945 fuhren die sechs Flottillen mit 22 Booten einen
Torpedoeinsatz gegen einen Konvoi
bei Smith’s Knoll. Die Boote
S 174 und S 209 der 2. SFltl befanden sich bei schlechter Sicht plötzlich
mitten im Konvoi, S 174 schoss zwei LUT, S 209 zwei T-1, ohne zu treffen.
Nach dem Nachladen schoss S 209 zwei weitere Torpedos, ebenfalls ohne
Erfolg. Im Ablaufen hörten sie fünf Detonationen. Ein Frachter war in Brand
geschossen worden. S 209 erhielt im Gefecht mit Sicherungskräften mehrere
Treffer. Ein Brand konnte schnell gelöscht werden. In
den Nächten 22./23.02. und 23./24.02.1945 legten die 4., 6., 8. und 9.
SFltl auf den Themse-Schelde-Weg Minen, auf dem Rückweg schossen drei
Boote der 8. und zwei Boote der 2. SFltl einen Jagdbomber ab, S 209 einen
weiteren. Auf den gelegten Sperren sanken fünf Fahrzeuge mit zusammen
25.226 BRT. Da
am 19.02.1945 erstmalig russische Schnellboote den deutschen Verkehr nach
Kurland angegriffen hatten, befahl das MOK Nord die Verlegung der 5. SFltl
in die Ostsee. Der FdS schlug vor, stattdessen die in Aufstellung
befindliche 1. SFltl einzusetzen, da alle Kommandanten erfahren und mit
der russischen Kampfführung vertraut waren, daher verblieb die 5. SFltl
vorerst im Westen. In
der Nacht 24./25.02.1945 warf die 4. SFltl mit fünf Booten wiederum Minen
auf dem Themse-Schelde-Weg. Im Gefecht mit einem brit. Geleitzerstörer
und einer brit. Fregatte nahm S 220 (Kptlt. Dross) Treffer im
Stb-Seitenmaschinenraum und musste aufgegeben werden. Nach Sprengung und
weiteren Treffern von den Sicherungskräften detonierte ein Torpedo und
das Boot sank schnell. Die Besatzung wurde bis auf drei Mann durch die
Briten gerettet. In der Nacht 09./10.03.1945 fuhr die 4. SFlt mit fünf
Booten einen Mineneinsatz entlang der Küste vor der Schelde. Sie geriet
in ein Gefecht mit einem SGB und vier MTB, die ihnen dort aufgelauert
hatten, ohne nennenswerte Schäden zu nehmen. In der Nacht zum 12.03.1945 musste die Flottille
einen Mineneinsatz vor der britischen Ostküste abbrechen wegen Nebels. In
den Nächten 13./14. und 17./18.03.1945 erging es ihr ähnlich. Die 2. SFltl konnte in der Nacht 17./18.03.1945
eine Sperre mit 30 Minen bei Smith’s Knoll werfen. Ein Torpedoeinsatz
der 6. und 9. SFltl vor Margate musste wegen Nebels abgebrochen werden. Die 6. SFltl warf in der Nacht 18./19.03.1945 mit
7 Booten 42 Minen vor der englischen Ostküste und griff einen Konvoi vor
Lowestoft mit Torpedos an. Es
wurden sieben versenkte Schiffe und ein torpedierter Zerstörer gemeldet.
Tatsächlich sanken aber nur die Frachter
„Rogate“ (2.871 BRT) und „Crichtoun“ (1.097 BRT). Die 8. SFltl war nach einem Angriff auf Ijmuiden
am 14.03.1945 mit neun B 17-Bombern nicht kriegsbereit. In der Nacht vom 21./22.03.1945 fuhr die 2. SFltl
einen Torpedoeinsatz. Auf S 210 fiel die Aufladung der Mittelmaschine aus.
Da die Flottille nur aus drei Booten bestand, wurde kehrt gemacht. Auf dem
Rückmarsch wurden die Boote von Beaufightern mit Bordwaffen und Raketen
angegriffen. Auf dem Führerboot, S 181, wurde ein Brennstofftank, Abt.
VII und die Kalotte getroffen, das Boot geriet in Brand. Der
Flottillen-Chef (Kptlt. Opdenhoff), der Kommandant (Oblt.
z.S. Schlenk) und 12 Mann fielen. Auf S 210 wurde die Luftleitung
zum Anlassen der Motoren getroffen. Daher übernahm S 209 die Bergung der
Besatzung S 181. Das brennende S 181 sank 34 sm nordwestlich Texel. In der Nacht 22./23.03.1945 war der Themse-Schelde-Weg
erneut Ziel einer Minenoperation der 4. und 6. SFltl. Schon auf dem
Anmarsch wurden die Boote in Gefechte mit MTBs verwickelt. In der Nacht 24./25.03.1945 waren die 4., 6. und
9. SFltl wieder zum Verminen des Geleitweges unterwegs. Nur die 9. SFltl
konnte ihre Minen werfen. Die beiden anderen Flottillen wurden durch die
Geleitzerstörer „Arendal“ (norwegisch) und „Krakowiak“ (polnisch)
und die britische Fregatte „Riou“ angegriffen und abgedrängt. S 205,
S 204 und S 703 nahmen Treffer, dabei fielen auf S 205 drei Mann. Auf den
Minen der 9. SFltl sanken zwei Frachter mit zusammen 14.423 BRT und die
britische Motorlaunch ML 466. Die 4. SFltl warf in der Nacht 25./26.03.1945 mit
vier Booten Minen. Dabei wurde sie von MTBs abgedrängt und von einem
Geleitzerstörer beschossen. Ein Torpedoschuss auf diesen ging fehl.
Auf den Minen sank das britische LCP 840. Ein norwegischer
Motortanker wurde beschädigt. Drei weitere Boote der Nordseeflottillen gingen
durch Bombentreffer am 30.03.1945 verloren als 358 B-24 Bomber der USAF
Wilhelmshaven angriffen, S 194 lag dort zur Reparatur nach Minentreffer im
Februar vor Ijmuiden, S 186 und S 224 lagen dort zu Maschinenreparaturen. Treibstoffmangel hielt die Boote in der ersten
Aprilwoche in ihren Häfen fest. Die Verlegung der 5. SFltl in die Ostsee
lief am 02.04.1945 an. Erst in der Nacht 06./07.04.1945 konnte die 2.
SFltl (Kptlt. Wendler) mit sechs Booten zu einer Minenoperation auslaufen.
Unter Beschuss von einer brit. Fregatte und einem brit. Geleitzerstörer
wurden die Minen gelegt. Dann griffen MTB 5001 und MTB 781 in das Gefecht
ein. MTB 5001 sank nach Treffer in der Maschine. Auf dem Rückmarsch stießen
drei MTBs überraschend in die 2. SFltl hinein. S 176 (Oblt.z.S Stockfleth)
rammte MTB 494, das kenterte und kieloben schwamm. S 177 und MTB 493
kollidierten und das MTB rammte auch noch das Wrack des MTB 494. In dem
Gefecht erhielt S 177 zahlreiche Unterwassertreffer und musste aufgegeben
werden. S 174 übernahm die gesamte Besatzung. S 176 geriet durch Treffer
in Brand und musste ebenfalls aufgegeben werden. Die Besatzung wurde von
MTB 497 und MTB 775 gerettet. Fünf Mann waren gefallen. Dies war der
letzte Einsatz der 2. SFltl. Am
Abend des 07.04.1945 flogen
15 Lancaster-Bomber und 2 Mosquitos unter Geleitschutz von 24 Spitfires
einen Angriff auf den S-Boot-Bunker Den Helder. In
der Nacht 07./08.04.1945 waren die 4. SFltl mit sechs Booten und die 6.
SFltl mit sieben Booten im Mineneinsatz gegen die Themse-Schelde-Route. In
einem Gefecht mit britischen
MTB kollidierten S 202 (Kptlt. Wiencke) und S 703 (Oblt.z.S Steinhauer).
Beide Boote mussten aufgegeben werden. Von S 202 fielen sechs Mann
darunter der Kommandant, von S 703 fielen sieben Mann. Die Überlebenden
gerieten in Gefangenschaft. S 223 (Oblt.z.S Brandi) lief vor Ostende auf
eine Mine und sank. Kommandant und acht Mann konnten gerettet werden, 20
Mann gingen mit dem Boot unter. Die
9. SFltl versuchte in der Schelde-Mündung „Linsen“ auszusetzen. Der
heftige Seegang beschädigte die Ablaufbühnen, daher wurde der Einsatz
abgebrochen. In
der Nacht 12./13.04.1945 führten die 4., 6. und 9. SFltl mit insgesamt 12
Booten einen Mineneinsatz durch. Nach Werfen der Sperre gerieten die Boote
unter Beschuss von einem brit. Geleitzerstörer und einer brit. Fregatte
sowie MTBs. S 205 erhielt schwere Treffer, konnte aber wie alle anderen
Boote, die zum Teil noch von einem weiteren Geleitzerstörer beschossen
wurden, nach Hook van Holland einlaufen. Die
Lage an der Landfront im Westen und der Treibstoffmangel ließen keinen
weiteren Schnellbootseinsätze mehr zu. Das Stützpunktpersonal war nach Dänemark
in Marsch gesetzt worden. Am Tage der deutschen Kapitulation mussten S 174
und S 209 den SS-Obergruppenführer Seiß-Inquart nach Deutschland
bringen. Am
Tage der deutschen Teilkapitulation, am 04.05.1945, lagen
in Holland noch folgende deutsche Schnellbootflottillen:
Die
zur 2. SFltl gehörenden Boote S
209 und S 174 lagen in List bzw, in Brunsbüttel. Die
Boote S 204 (Lt.z.S. Hinrichs) und S 205 (Kptlt Seeger) brachten am
13.05.1945 KAdm Breuning (Befehlshaber Sicherung West) von Den Helder mit
den Karten der Minengebiete nach Felixstowe.
Mit an Bord waren der Chef 4. SFltl, Korv.Kpt. Fimmen, und der I a Op des F.d.S., Kptlt. Rebensburg. S
112 hatte von St. Peter Port aus an dem Handstreich des VAdm Hüffmeier
auf Granville am 07.02.1945 teilgenommen und war nach Abbruch der Aktion
wieder in St. Peter Port eingelaufen. Mit nur einer einsatzbereiten
Maschine konnte es am nächsten Tag nicht an der Operation teilnehmen und
verlegte nach St. Lorient. An Bord waren sechs Heeresoffiziere darunter
drei Bataillonskommandeure. Der Kommandant (Lt.z.S. Nikelowski) verunglückte
im April tödlich. Das marode Boot blieb in St. Lorient liegen und wurde
von der französischen Marine am 27.06.1951 zum Abwracken verkauft. Im letzten Kriegsjahr wurden 6 Schiffe versenkt mit zusammen 10.467 BRT. Die eigenen Verluste betrugen: 67 Gefallene, 20 Verwundete, 18 Gefangene. Es gingen 13 Boote verloren: S 180 und S 223 durch Minentreffer; S181, S 186, S 194 und S 224 durch Bomben/Bordwaffenbeschuss; S 176, S 177, S 193 und S 199 durch/nach Artillerietreffer; S 167, S 202 und S 703 durch Kollision.
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