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| S-Boote in der Deutschen Marine | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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S-Boote in der Deutschen Marine 1990 - heute Der friedliche Umbruch in der DDR 1989/1990, der durch die Perestroika in der Sowjetunion ermöglicht wurde, war der Ausgangspunkt für das Ende der Blockkonfrontation Ost-West. Nach der Wiedervereinigung 1990 behielt die Bundesmarine im Wesentlichen ihre bisherige Struktur, wurde jedoch in ihrer Personalstärke schrittweise reduziert. Nur ein kleiner Teil des Personals und des Materials der Volksmarine wurde übernommen. Bis Ende 1994 erlaubten die Regelungen des Zwei-plus-Vier-Vertrages nicht die Stationierung von NATO-Streitkräften auf dem Territorium der ehemaligen DDR. Die Teile der ehemaligen Volksmarine, die vorerst im Dienst bleiben sollten, wurden unter dem Marine-Kommando Ost in Rostock zusammengefasst. Am 02.10.1990 besaß die Volksmarine:
Die Bundesmarine verfügte über:
Alle Boote der ehemaligen Volksmarine wurden am 02.10.1990 außer Dienst gestellt. Von den fünf Booten der Tarantul-Klasse wurde "Rudolf Eglhofer" (VM PtNo 572) umgetauft auf den Namen "Hiddensee" und zunächst in der Deutschen Marine zu Testzwecken gefahren, ehe es an die USA abgegeben wurde; das Boot "Hans Beimler" (VM Dienstnummer 575) wurde als Museumsschiff nach Peenemünde gegeben; die anderen drei Boote wurden verschrottet. Von den Booten der OSA-I-Klasse wurden sechs an Lettland verkauft, die anderen wurden abgebrochen. Bis zum Abbruch 1995 lagen sie auf im Nordhafen Peenemünde. Die drei Boote der Balcom-10-Klasse waren ohne FK-Startgeräte als Patrouillenboote an die Volksmarine abgeliefert worden; die "Sassnitz" und die "Seebad Binz" wurden umgebaut, erhielten MTU-Motoren und wurden als BG 22 "Neustrelitz" und BG 23 "Bad Düben" für den Bundesgrenzschutz in Dienst gestellt. Ein weiteres Boot, die "Sellin", wurde verschrottet. 4 Rümpfe in verschiedenen Stadien der Fertigstellung liegen noch heute bei der Peene-Werft in Wolgast. Nach vielen Versuchen, die Boote zu verkaufen, liegen sie dort und rotten vor sich hin. Ein Boot ist mit Sternmotoren ehemals sowjetischer Bauart ausgerüstet. Ein Boot ist teilweise mit Schiffstechnischen Anlagen ausgerüstet. Die anderen beiden Boote sind Hulken. Die 40 S-Boote der Bundesmarine verblieben in ihren Geschwadern. Mit dem Tag der Deutschen Einheit 03.10.1990 wurde aus der Bundesmarine die Deutsche Marine.
Ab 1995 konnte eine einheitliche Marinestruktur geschaffen werden. Die S-Flottille zog am 04.10.1994 nach Rostock Warnemünde um. Das 2. SGschw mit den 10 Booten der Klasse 143 verlegte im November 1994 von Olpenitz nach Warnemünde. Im Dezember 1994 verlegte das 7. SGschw mit den 10 Booten der Klasse 143 A ebenfalls nach Warnemünde. Da die Deutsche Marine, wie alle Teilstreitkräfte, ihr Personal reduzieren musste, wurde zunächst durch Kaderung versucht, die Anzahl der Plattformen zu erhalten. Bald wurde aber erkannt, dass dieses Konzept nicht die Einsatzbereitschaft der vorhandenen Einheiten erhalten könnte. Bereits am 15.11.1992 war S 42 - Iltis a.D. gestellt worden, am 16.11.1992 folgte S 52 - Storch. Beide wurden an Griechenland verkauft. Am 25.05.1994 wurde S 44 - Marder a.D. gestellt, am 24.06.1994 folgte S 51- Häher; auch diese beiden Boote wurden an Griechenland verkauft. Am 27.08.1997 wurden die Boote S 49 - Wolf und S 54 - Elster a.D. gestellt und an Chile verkauft. Am 24.06.1998 ging S 53 - Pelikan a.D., am 27.08.1998 S 43 - Luchs und am 22.09.1998 S 41 - Tiger sowie S 60 - Kranich. Alle vier Boote gingen an Chile. Damit umfasste die Deutsche Marine nur noch 30 S-Boote. Das 3. SGschw wurde aufgelöst und die verbliebenen Boote dem 5. SGschw in Olpenitz zugeordnet. Doch der Abbau ging weiter: Am 28.09.2000 wurden S 45 - Leopard und S 47 - Jaguar a.D. gestellt, beide gingen nach Griechenland. Es folgten am 28.06.2001 S 58 Pinguin und am 27.09.2001 S 50 - Panther und S 59 Reiher, alle drei Boote wurden abgebrochen. Die letzten fünf Boote der Tiger-Klasse wurden im Jahre 2002 a.D. gestellt, am 13.05. S 55 - Alk und am 16.12.2002 die Boote S 46 - Fuchs, S 48 - Löwe, S 56 - Dommel und S57 - Weihe. Das 5. SGschw wurde am 07.12.2002 aufgelöst. Der S-Flottille unterstanden jetzt noch das 2. und das 7. SGschw. Seit 1990 haben sich die Aufgaben der Bundeswehr und damit auch die der Marine geändert. Die "Verteidigungspolitischen Richtlinien des Bundesministers der Verteidigung" geben vor, dass das Schwergewicht von der Landesverteidigung weg zu friedensunterstützenden Maßnahmen verlagert wurde. 1991 besuchte das 5. SGschw den sowjetischen Stützpunkt Baltijsk (Pillau), S 74 - Nerz unterstützte mit der Fregatte "Köln" und dem Minenkampfboot "Auerbach" den Besuch des InspM in Gedansk (Danzig). 1992 stellte das 7. SGschw den deutschen Anteil am deutsch-französischen Einsatzverband im Mittelmeer. Das 2. SGschw besuchte im gleichen Jahr Riga und das 5. SGschw Tromsø. Lettland, Estland und Litauen wurden 1993 von Booten der S-Flottille besucht. 1994 nahm das 2. SGschw den Part im deutsch-französischen Einsatzverband im Mittelmeer wahr und nahm auch am Manöver "Isles d'Or" teil. Ein wesentlicher Anteil des Manövers war das Üben von Krisensituationen, das "Boarding" von Schiffen war zu einem festen Bestandteil der Rolle unserer S-Boote geworden. Am 15.03.1995 wurden die neuen Streitkräftestrukturen, die aus dem Weißbuch 1994 resultierten, bekannt gegeben. Danach waren nunmehr 15 Korvetten als Ersatz für die Schnellboote der Klasse 143 A und 143 vorgesehen. Die vorhanden Schnellboote sollten im Rahmen ihrer Fähigkeiten für Aufgaben des Seeraumüberwachung und des Überwasserseekrieges in europäischen Randmeeren aber vorerst noch mit heran gezogen werden. Ab 01.01.1999 wurden die S-Boote der Klassen 143 und 143 A in den beiden Geschwadern gemischt, das 2. und das 7. SGschw umfasste jetzt jeweils fünf Boote Klasse 143 und fünf Boote Klasse 143 A. Damit sollten die Fähigkeiten beider Bootsklassen in beiden Geschwadern sicher gestellt werden. Der Einsatz der Torpedowaffe wurde 2000 ein letztes Mal geübt. Am 23.05.2001 legte die Weizsäcker-Kommission den Abschlussbericht ihrer Studien zum Themenkreis "Gemeinsame Sicherheit und Zukunft der Bundeswehr" vor. Danach sollten sich die Einsatzverbände der Marine aus einer Fregattengruppe, einer Korvettengruppe und einer Minenabwehrgruppe, aus U-Booten, Marineflieger-, Transport- und Unterstützungskräften sowie den notwendigen Führungselementen zusammensetzen. Die Marine plante bereits eine Sollstärke mit 16 Fregatten, 15 Korvetten, 12 U-Booten, 22 Minenkampfeinheiten, 11 Unterstützungseinheiten, 3 Flottendienstbooten, 12 Seefernaufklärern, 38 bis 50 Marinehubschraubern und 50 Marinejagdbomber. Mit dieser geplanten Flotte sollten die Fähigkeiten zur Seeraumüberwachung und zur Durchsetzung von Embargomaßnahmen verbessert werden, die Fähigkeit zur Seekriegführung in Ostsee und Ostseezugängen wurde aber erheblich reduziert. Die Beschaffung der 15 Korvetten sollte in drei Losen als Ersatz für die Klasse 148, die Klasse 143 und schließlich für die Klasse 143 A erfolgen.
OPERATION ENDURING FREEDOM Anfang 2002 wurden 5 Boote des 2. SGschw (S 62 - Falke, S 64 - Bussard, S 80 - Hyäne und Tender "Donau") und des 7. SGschw (S 71 - Gepard und S 72 - Puma) im Rahmen der Operation "Enduring Freedom" am Horn von Afrika eingesetzt, ein weiterer Beweis dafür, dass die modernen S-Boote in allen europäischen Randmeeren und darüber hinaus operieren konnten. Der Hintransport der Boote erfolgte mittels CONDOCK-Schiffen. Die Boote meldeten am 12.02.2002 einsatzbereit. Am 02.05.2002 begann die Verlegung in die Heimat auf eigenem Kiel. Dazwischen lagen für die Boote 14 und 17 Einsatzzyklen. Am 15.06.2002 lief das Schnellbootskontingent in Warnemünde ein.
OPERATION ACTIVE ENDEAVOUR Am 19.09.2003 liefen nach einer längeren Vorbereitungsphase Tender "Main" und die S-Boote S 63 - Geier, 67 - Kondor und S 70 - Kormoran unter dem Kommando von FKpt Dr. Daum, Kdr 2. SGSchw, als 1. deutsches Kontingent aus Warnemünde aus, um an der Operation Active Endeavour in der Straße von Gibraltar teilzunehmen. Am 22.12.2003 kehrte es nach Warnemünde zurück. Das 2. Kontingent (Tender "Elbe", S 62 - Falke später ersetzt durch S 80 - Hyäne, S 68 - Seeadler und S 77 - Dachs unter dem Kommando von FKpt Behnert, Kdr. 7. SGSchw) übernahm die Bereitschaft in Warnemünde, wurde im Januar aufgerufen und lief am 23.01.2004 in Cadiz, dem Stützpunkt für die deutschen S-Boote ein. Das 3. Kontingent (Tender "Main", S 64 - Busard, S 69 - Habicht, S 80 Hyäne unter dem Kommando von FKpt Deertz, stv. Kdr. 7. SGSchw) war vom 19.04. bis 29.05.2004 im Einsatz.
S 70 - Kormoran vor Gibraltar - Bild: Stefan Gerold (Neue Westfälische) Die Boote führten Geleitschutz für Schiffe durch. Eine Leitfregatte sicherte vor dem Schiff, die Schnellboote sicherten die Flanken. Das 1. Kontingent führte 23, das 2. Kontingent 77 und das 3. Kontingent 40 Geleite durch.
S 67 - Kondor setzt Kampfschwimmer über - Bild: Stefan Gerold (Neue Westfälische) Danach wurde die Maßnahme ausgesetzt, da sich die politische Lage beruhigt hatte und die Anfragen aus der zivilen Schifffahrt für Geleite unter die festgesetzte Zahl abgesunken war. Trotz dieses weiteren Beweises für die Einsetzbarkeit der S-Boote auch in entfernten Gewässern und im Krisenmanagement wurden die Boote der Klasse 143 ab Ende 2004 außer Dienst gestellt. Boote der Klasse 143 und ihr Verbleib
Das 2. SGschw wurde am 26.06.2006 aufgelöst. Die Boote der Klasse 143 A wurden an das 7. SGschw übergeben.
Umorganisation des Flottenkommandos Im Rahmen einer größeren Reorganisation der Flotte wurden die schwimmenden Einheiten der Deutschen Marine in 2 Einsatzflottillen (EF) aufgeteilt, die dem Flottenkommando in Glücksburg/Meierwik direkt unterstellt sind. Ebenfalls dem Flottenkommando direkt unterstellt sind das Marinefliegergeschwader 3 in Nordholz, das Marinefliegergeschwader 5 in Kiel-Holtenau und das Schifffahrtmedizinische Institut der Marine in Kronshagen. Die EF 1 wurde am 29.06.2006 aufgestellt. Ihr Sitz ist in Kiel-Wik. Ihr sind das 1. Korvettengeschwader, das 7. Schnellbootgeschwader, das 3. Minensuchgeschwader, das 5. Minensuchgeschwader, das 1. Ubootgeschwader, das Ausbildungszentrum Uboote, die Spezialisierten Einsatzkräfte Marine und die Marineschutzkräfte unterstellt. Die Schnellbootflottille, die U-Bootflottille und die Flottille der Minenstreitkräfte wurden aufgelöst. Die fünf neuen Korvetten der Braunschweig-Klasse (K 130) werden bis zum Jahr 2008 in die EF 1 integriert. Die EF 2 wurde ebenfalls am 29.06.2006 aufgestellt. Ihr Sitz ist in Wilhelmshaven. Ihr sind das 2. Fregattengeschwader und das 4. Fregattengeschwader sowie das Trossgeschwader, alle in Wilhelmshaven, unterstellt.
UNIFIL MAROPS United Nations Interim Force in Lebanon - Maritime Operations Am 20.09.2006 beschloss der Bundestag das Mandat für den deutschen UNIFIL-Beitrag. Einen Tag später verlegten 2 Fregatten, 1 Einsatzgruppenversorger und 4 Schnellboote von Wilhelmshaven zu einem ersten Einsatz unter der blauen Flagge der Vereinten Nationen ins Mittelmeer. Die Schnellbote waren im Hinblick auf einen erneuten Einsatz im Rahmen der Operation Active Endeavour auf einen sofortigen Einsatz vorbereitet. Das 1. Kontingent bestand aus den Booten "S 74-Nerz", "S 77-Dachs", "S 78-Ozelot", "S 80-Hyäne" und Tender "Elbe". Am 01.10.2006 mit dem Überschreiten des 15. Längengrads Ost wurden die Boote dem Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam unterstellt. Gemeinsam mit den Fregatten "Mecklenburg-Vorpommern" und "Karlsruhe" sowie dem Einsatzgruppenversorger "Frankfurt am Main" liefen die Boote in Limassol/Zypern ein. Am 15.10.2006 übernahm die Task Force 448 unter dem Kommando des deutschen FltAdm Krause die Verantwortung für die UNIFIL MAROPS. Von Limassol aus wurden die S-Boote in der Seeraumüberwachung vor dem Libanon eingesetzt. Seit dem 05.12.2006 fanden Übungen mit der libanesischen Marine statt. Am 18.12.2006 lief "S 77-Dachs" als erstes deutsches Schnellboot zu einer Manöverkritik in Beirut ein. Die Rückverlegung des 1. Kontingents begann am 01.03.2007 mit der Rückverlegung Tender "Elbe" und der Boote "S 74-Nerz" und "S 78-Ozelot". Auf "S 77-Dachs" und "S 80-Hyäne" fand erstmalig ein Besatzungswechsel statt. Am 17.03.2007 waren alle Soldaten des 1. Kontingents wieder im Heimatstützpunkt. Das 2. Kontingent (Tender "Mosel", "S 71-Gepard", "S 76-Frettchen", "S 77-Dachs" und "S 80-Hyäne") waren bis zum 31.08.2007 vor dem Libanon im Einsatz. Die Boote "S 71-Gepard" und "S 76-Frettchen" kehrten vorzeitig nach einer Kollision zurück. " S77-Dachs" und "S 80 - Hyäne" liefen am Abend des 14. September 2007 in Warnemünde ein. Das 3. Kontingent ("S 75-Zobel" und "S 72-Puma") war seit dem 04.10.2007 im Einsatz. Die Boote liefen am 16.03.2008 in Warnemünde ein. Am 22.01.2008 übergab Tender "Donau", der seit dem 10.08.2007 im Einsatz war, die Aufgaben an Tender "Werra". Das 4. Kontingent ("S73-Hermelin" und "S77-Dachs") verließ am 13.10.2008 Warnemünde. Sie verlegten auf eigenem Kiel nach Zypern, von wo aus die Boote unter wechselnden Besatzungen bis Ende 2009 im Einsatz vor Libanon sein werden. Unterstützt wurden die Boote zunächst durch Tender "Elbe", der bereits sich bereits auf Zypern befand. Die Plattformen "S73-Hermelin" und "S77-Dachs" haben insgesamt in 14 Monaten mehrfach einen Besatzungstausch ( auf "S73 Hermelin" fuhren die Besatzungen Wiesel, Hermelin, Frettchen, Nerz, Hermelin und auf S77 Dachs" fuhren die Besatzungen Nerz, Dachs, GEpard, Zobel, Dachs) erlebt. Dabei wurden sie von den Tendern "Elbe" und "Rhein" unterstützt. Die Boote übergaben im November ihren Auftrag an zwei Minensucher. Im November 2010 werden wiederum Boote des 7. SGschw die Minensucher ablösen. "S77 Dachs" und "S73 Hermelin" wurden am 11.12.2009 begeistert in Warnemünde begrüßt. Feuerzauber - Foto: Schnür Die S-Boot-Klassen der Deutschen Marine
S-Boot Klasse 148 (Tiger) - Foto: Archiv Förderverein
S-Boot Klasse 143 (Albatros) - Foto: Archiv Förderverein
S-Boot Klasse 143a (Gepard) - Foto: Archiv Förderverein
Quellen:
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